Kräuter im Schatten der Rohrmeisterei

SCHWERTE Hinter der Rohrmeisterei sprießt und blüht es. Denn dort hat Andrea Schütte eine ehemalige Unkraut-Steppe in einen üppigen Kräutergarten verwandelt.

von von Nicole Jankowski

, 19.07.2008, 07:05 Uhr / Lesedauer: 2 min
Andrea Schütte in ihrem Kräutergarten.

Andrea Schütte in ihrem Kräutergarten.

Seit 2001 gibt es den Kräutergarten. Viel Arbeit steckt in dem gepflegten Stückchen Grün. Andrea Schütte hat ihn angelegt. Ehrenamtlich. Das Unkraut stand meterhoch, als sie loslegte. „Ich fand die Idee so toll, da habe ich gar nicht lange überlegt“, erinnert sie sich. Aus dem Steinbruch an der Hohensyburg schleppte sie Steine. Eine Gartenbauerin gab ihr erste Tipps für die Aufteilung des Gartens. Die südländischen Kräuter, die viel Sonne brauchen, wachsen ganz oben. Die heimischen Pflanzen etwas tiefer. Die dicken Steine hat Andrea Schütte mit weißer Farbe beschriftet. Zehn verschiedene Kräuter wachsen hier. „Ich muss mich auf die Sorten beschränken, die oft genutzt werden“, erklärt die 52-Jährige. Die Köche der Rohrmeisterei nutzen die frischen Kräuter für ihre Gerichte. Gerade ist der Schnittlauch nachgewachsen. Auch Salbei wird im Moment viel gebraucht. „Manfred Kobinger hat da so ein schönes Rezept. Mit Pute und Schinken“, erzählt Andrea Schütte. Sie zeigt auf zwei freie Stellen in der Erde. „Dort sollen noch neue Pflanzen hin“, sagt Andrea Schütte.

Estragon hat sie in diesem Jahr erstmals angepflanzt. „Ich freue mich immer, wenn ich hier arbeite und jemand aus der Küche kommt vorbei“, sagt Andrea Schütte – und lacht. Noch immer kommt sie einmal in der Woche in ihren Garten. Zum Unkrautzupfen und zum Gießen. Im Frühjahr setzt sie neue Kräuter, im Herbst schneidet sie das Kraut zurück. Ihre Hände stecken in gelben Handschuhen, der schwarze Eimer ist voll mit Gartenabfällen. Andrea Schütte zupft einen Löwenzahn aus der Erde, die lange weiße Wurzel baumelt in der Luft. Sie greift nach einer Lauchblüte. „Der wird leider immer ein Opfer der Schnecken“, erzählt sie.

Vor dem Kräuterbeet hat die 52-Jährige einen kleinen Bauerngarten angelegt. Hier wachsen Pfingstrosen, eine Fuchsie. Die Luft duftet intensiv nach Lavendel. „In diesem Jahr riecht er besonders schön“, sagt Andrea Schütte. Sie zerreibt eine Blüte zwischen den Fingern und riecht daran. „Eigentlich habe ich gar keinen grünen Daumen“, betont die Schwerterin. Zuhause habe sie viel Rasen und wenig Beet. „Ich bin keine Blumenfee.“ Aber die Arbeit mache ihr einfach Spaß. Manchmal nimmt sie auch ein paar Kräuter mit: „Ein frisches Bündel auf den Grill oder frische Minze für einen Tee, das find ich klasse.“

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