Kreis untersagt Ausgabe am Rezept-Terminal

Marien-Apotheke

SCHWERTE Für Apotheker Erhard Kaiser ist es eine sichere Sache: Der Notfallschalter der Marien-Apotheke versorgt unabhängig der Uhrzeit automatisch die Kunden mit benötigten Medikamenten. Der Kreis Unna hält das Verfahren jedoch für nicht sicher und untersagt den Rezept-Terminal.

von Von Sophie Bissingen

, 23.10.2009, 17:10 Uhr / Lesedauer: 1 min
Rund um die Uhr können sich die Kunden der Marien-Apotheke am Medi-Terminal mit Arzneimitteln versorgen.  Als erster Apotheker in NRW hat Erhard Kaiser (38)  diesen Automaten eingerichtet.

Rund um die Uhr können sich die Kunden der Marien-Apotheke am Medi-Terminal mit Arzneimitteln versorgen. Als erster Apotheker in NRW hat Erhard Kaiser (38) diesen Automaten eingerichtet.

Für ihn ist es ein zusätzlicher Service, den er den Kunden bieten kann. Der Kreis Unna, der auch die Apothekenaufsicht hat, hat eine Prüfung durch Amtsapothekerin Birgit Habbes veranlasst. „Sie kam zu dem Schluss, dass das Terminal aufgrund dokumentenrechtlicher Fragen nicht betrieben werden darf und hat eine Ordnungsverfügung erlassen“, sagt Kreissprecherin Constanze Rauert.

Demnach soll das eingescannte Rezept nicht auf Fälschungen geprüft werden können. Betreiber Erhard Kaiser kann darüber nur den Kopf schütteln. „Das gescannte Rezept wird geprüft wie jedes andere auch, das ist Alltag für jeden Apotheker. Ebenso wird jedes Rezept einbehalten“, erklärt er, bezeichnet die Kritik seitens Habbes als laienhaft.

„Es wurden in Hessen an solchen Geräten zwei Tests mit gefälschten Rezepten gemacht, die beide sofort aufgedeckt wurden“, fügt er an. Gegen die Ordnungsverfügung hat Kaiser Widerspruch beim Verwaltungsgericht in Gelsenkirchen eingelegt. „Für mich war das klar, dass rechtliche Fragen geklärt werden müssen, schließlich ist die Apothekenbetriebsordnung schon einige Jahre alt“, sagt er. Aufgrund seiner Klage wird die Ordnungsverfügung noch nicht greifen, das Terminal bleibt in Betrieb.

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