Erstmals kam am Freitag (16.7.) der Impfbus des Kreises Unna nach Schwerte, wo er auf dem Postplatz ohne Terminvereinbarung besucht werden konnte. © Reinhard Schmitz
Corona in Schwerte

Lange Schlange vor dem Impfbus: Aktion in Schwerte wird wiederholt

Erstmals kam am Freitag (16.7.) der Impfbus des Kreises Unna nach Schwerte. Ohne Termin konnte man sich auf dem Postplatz gegen das Coronavirus schützen lassen. Die Aktion wird wiederholt.

Es war die Frage aller Fragen in dieser Corona-Zeit. Um sie loszuwerden, trat die Fahrerin vor dem Zebrastreifen auf dem Postplatz kurz auf das Bremspedal ihres Linienbusses. „Welchen Impfstoff haben Sie?“, rief sie dann durch die heruntergekurbelte Seitenscheibe zu Dr. Holger Felcht herüber.

Dessen Antwort erntete ein zufriedenes Kopfnicken: „Biontech“. Nur dieses Mittel wurde am Freitag (16.7.) in seinem Impfbus gespritzt, den das Impfzentrum des Kreises Unna erstmals nach Schwerte geschickt hatte. Astrazeneca, so wusste der langjährige Chefarzt des Marienkrankenhauses, wollte keiner mehr – auch wenn es schade sei.

Im Schnitt wurden 25 Menschen pro Stunde geimpft

Es lohnte sich, mit der Impfkampagne direkt zu den Menschen zu kommen. „Die Aktion ist sehr gut besucht“, zog Dr. Holger Felcht schon nach den ersten beiden Stunden eine zufriedene Bilanz. Gut 50 Menschen konnte in dieser Zeit ein Medizinstudent in dem Bus unter seiner Aufsicht die Spritze geben, die nach doppelter Anwendung gegen eine Corona-Infektion schützt.

In langer Schlange standen die Menschen vor dem roten Mercedes-Bus der Verkehrsgesellschaft Kreis Unna (VKU) an, der an diesem Tag zur rollenden Impf-Praxis umgerüstet war. Zeitweise reichte die Wartekette zurück bis an die Gaststätte „Zur Waage“.

Als Impfbus hatte die VKU einen ihrer Mercedes-Wagen zur Verfügung gestellt.
Als Impfbus hatte die VKU einen ihrer Mercedes-Wagen zur Verfügung gestellt. © Reinhard Schmitz © Reinhard Schmitz

An einem Campingtisch vor dem mittleren Eingang des Wagens erhielten die Interessenten ihre Aufklärungs- und Anmeldebögen, die sie an zwei weißen Bistro-Stehtischen ausfüllen konnten. Beim Eintreten mussten sie diese Papiere zusammen mit ihrem Personalausweis, der Krankenversicherungskarte und dem Impfausweis vorzeigen.

Dann ging es – durch einen Vorhang als Sichtschutz vom übrigen Fahrgastraum abgetrennt – zu den hinteren Sitzreihen, wo die Impfung verabreicht wurde.

Den Impfstoff lieferte die Rathaus-Apotheke immer frisch nach

Nach dem Pieks sollten die Geimpften noch eine Viertelstunde unter Aufsicht vor Ort bleiben. Dafür waren die eisernen Sitzgelegenheiten unter den Linden auf dem Postplatz mit handgeschriebenen Zettel reserviert.

In langer Schlange standen die Schwerter auf dem Postplatz vor dem Impfbus an, der erstmals in ihre Stadt gekommen war.
In langer Schlange standen die Schwerter auf dem Postplatz vor dem Impfbus an, der erstmals in ihre Stadt gekommen war. © Reinhard Schmitz © Reinhard Schmitz

Der Impfstoff selbst, so berichtete Dr. Holger Felcht weiter, kam immer wieder frisch aus der nahegelegenen Rathaus-Apotheke. Jeweils auf Abruf wurde er von einer Mitarbeiterin zum Bus herübergebracht: „Ohne Erschütterungen zu Fuß.“

Nach dem Öffnen der Ampulle sei das Mittel zwei Stunden lang haltbar. Jeweils sechs bis sieben Spritzen könnten daraus gefüllt werden.

Impfbus kommt am 13. August erneut nach Schwerte

Viele Teilnehmer schätzten besonders die Möglichkeit, dass für den Besuch des Impfbusses keine vorherige Terminvereinbarung nötig war. Nach Auskunft von Dr. Felcht wird er am 13. August (Freitag) erneut nach Schwerte fahren.

Dann können die jetzigen Impf-Teilnehmer ihre Zweitimpfung erhalten. Es seien aber auch wieder Erstimpfungen möglich.

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Reinhard Schmitz, in Schwerte geboren, schrieb und fotografierte schon während des Studiums für die Ruhr Nachrichten. Seit 1991 ist er als Redakteur in seiner Heimatstadt im Einsatz und begeistert, dass es dort immer noch Neues zu entdecken gibt.
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