Legionellen in Schwerter Turnhallen - Teure Folgen

Duschen gesperrt

In der Warmwasserbereitung der Schule an der Ruhr und der Alfred-Berg-Turnhalle in Schwerte wurden Legionellen gefunden - Keime, die eine Lungenkrankheit hervorrufen können. Die Duschen wurden sofort gesperrt. Eine langfristige Lösung des Problems wird die Stadt einiges kosten.

SCHWERTE

, 05.10.2015, 18:11 Uhr / Lesedauer: 2 min
Nach dem Legionellenbefund in Schwerter Turnhallen musste die Stadt tätig werden.

Nach dem Legionellenbefund in Schwerter Turnhallen musste die Stadt tätig werden.

Schuldezernent Hans-Georg Winkler und sein Immobilienexperte, Marco Tröger, hatten eilig eine Pressekonferenz einberufen. Die routinemäßige Legionellenuntersuchung in den Gebäuden der Stadt habe zwei positive Befunde ergeben.

Dabei wurde die größere Menge der Keime, die eine Lungenkrankheit hervorrufen können, in der Alfred-Berg-Sporthalle im Schulzentrum am Bohlgarten entdeckt. Allerdings nicht direkt im Duschwasser, sondern in der Anlage versteckt an einer Stelle, die offensichtlich so nicht mit den Duschköpfen verbunden seien.

Duschen seit Mittwochabend gesperrt

Der Untersuchungsbericht sei Mittwochabend, 30. September, bei der Stadt eingegangen, seitdem seien die Duschen gesperrt. Allerdings mittlerweile nicht mehr wegen der Keimbelastung. Die Legionellen tötete man nämlich am Montagmorgen durch eine Spülung mit heißem Wasser ab. Allerdings musste man dafür das zentrale Thermostat der Anlage austricksen. Das sorgt unter anderem dafür, dass sich niemand an dem heißen Wasser aus dem Kessel verbrühen kann. „Erst wenn der Verbrühschutz wieder einwandfrei läuft, können wir die Duschen wieder freigeben“, betonte Marco Tröger.

Ähnliches gilt für die Duschen in der Schule an der Ruhr. Dort hatte man eine Belastung des Wassers der Dusche im Lehrschwimmbecken gefunden. Auch hier wurde die Anlage heiß durchgespült. Nach Angaben der Stadt sollen die Duschen spätestens Mitte der Woche wieder benutzt werden können.

Stadt will Duschen umrüsten

Auf Dauer muss sich die Stadt aber wohl von den zentralen Thermostaten trennen. Denn die sind wohl der Grund, warum sich die Keime im System verstecken können. „Die Legionellen entwickeln sich am besten bei Temperaturen um die 40 Grad“, so Tröger. Wenn der Verbrühschutz erst am Thermostat der Duscharmatur wirksam würde, hätten die Bakterien keine Chance.

Deshalb ist die Stadt aktuell dabei die Duschen nach und nach umzurüsten. Bei 350 Euro Kosten pro Dusche ein teurer Spaß. Bis es soweit ist, werden in kurzen Abständen Proben gezogen, um sicher zu sein, dass keine neue Belastung auftritt.

Die gemessenen Werte in den Turnhallen lägen zwar oberhalb der Grenzwerte, aber noch weit jenseits einer akuten Gefährdung der Schüler und Sportler, betonte Dezernent Hans-Georg Winkler. Legionellen seine nur dann gefährlich wenn man Wasser-Nebel einatmen würde, ergänzt Tröger. 

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