Legt Bürgermeister Böckelühr sein Amt nieder?

Gerüchte in Schwerte

Ein Gerücht machte am Wochenende auf dem Pannekaukenfest die Runde: Schwertes Bürgermeister Heinrich Böckelühr, so hieß es, werde bereits zum 1. Oktober sein Amt räumen und neuer Präsident der Gemeindeprüfungsanstalt in Herne werden. Wir gingen dem Gerücht nach.

SCHWERTE

, 10.09.2017, 20:01 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schwertes Bürgermeister Heinrich Böckelühr im großen Heimat-Check-Interview.

Schwertes Bürgermeister Heinrich Böckelühr im großen Heimat-Check-Interview.

Vorab: Eine Bestätigung von Böckelühr dafür gab es nicht. Der Bürgermeister erklärte am Sonntag auf Anfrage, dass er sich dazu jetzt noch nicht äußern wolle. Aber es gibt durchaus Hinweise, dass die Angelegenheit nicht aus der Luft gegriffen ist.

„Ich trete tatsächlich am 1. Oktober in den Ruhestand“, bestätigte Werner Haßenkamp am Sonntag auf Anfrage. Der ehemalige Kreisdirektor des Kreises Borken ist der amtierende Präsident dieser Anstalt öffentlichen Rechts. Über die Nachfolge müssten die Landesregierung und der Verwaltungsvorstand seiner Anstalt Einvernehmen herstellen. Der Verwaltungsvorstand tagt nach Informationen der Redaktion aber erst am Freitag dieser Woche.

Angeblich aussichtsreicher Kandidat

Die Landesregierung habe sich jedenfalls bereits auf Böckelühr festgelegt, hieß es aus politischen Kreisen. Offiziell gab es aber keine Stellungnahme.

Fest steht, dass die neue Ministerin für Heimat, Bauen, Kommunales und Gleichstellung, Ina Scharrenbach, zu deren Bereich auch die Gemeindeprüfungsanstalt gehört, bereits am Samstag beim Pannekaukenfest ihren Antrittsbesuch in Schwerte machte. Gemeinsam mit Böckelühr hatte sie das Pannekaukenfest eröffnet.

Nachfolger muss innerhalb von sechs Monaten her

Die Gemeindeprüfungsanstalt ist eine Anstalt Öffentlichen Rechts, die als Teil der Aufsicht des Landes die Kommunen auf Wirtschaftlichkeit, Rechtmäßigkeit ihres Handels und Verbesserung ihrer Steuerungsfähigkeit überprüft. Ihr Sitz ist in Herne.

Sollte sich Böckelühr tatsächlich beruflich umorientieren, müsste innerhalb von sechs Monaten sein Nachfolger oder seine Nachfolgerin gewählt werden.

 

 

Unser Redakteur Heiko Mühlbauer kommentiert das Thema wie folgt:

Über Gerüchte berichten?

Über Gerüchte berichten wir selten. Vor allem dann nicht, wenn wir sie weder bestätigen noch dementieren können. Aber wenn die sprichwörtlichen Spatzen auf den Dächern pfeifen, dass der Bürgermeister, der seit 1999 die Geschicke der Stadt leitet, sich beruflich neu orientiert, muss die Lokalzeitung dem nachgehen.

Dass Heinrich Böckelühr sich zu diesem Thema in Schweigen hüllt, ist verständlich. Denn schließlich haben nicht alle Gremien getagt.

Wenn Böckelühr tatsächlich beruflich seine Heimatstadt verlassen würde, bedeutet dies aber vor allem, eine große Macht-Lücke in der Kommunalpolitik. Angeblich haben die Parteien schon ihre Nachfolge-Kandidaten ausgeguckt. Aber das ist ein anderes Gerücht.

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