Letzter Tag für Förderschulleiterin Christa Obens

Im Interview

Mit der Schließung der Schule an der Ruhr im kommenden Sommer bricht für Christa Obens, der bisherigen Leiterin der Förderschue, ein neues Kapitel an. Anlässlich ihres letzten Arbeitstages am Montag haben wir mit ihr über ihre Zeit in Schwerte und ihre Zukunft in Münster gesprochen.

Schwerte

, 30.11.2015, 19:23 Uhr / Lesedauer: 2 min
Letzter Arbeitstag der Schulleiterin Christa Obens an der Schule an der Ruhr.

Letzter Arbeitstag der Schulleiterin Christa Obens an der Schule an der Ruhr.

Frau Obens, seit 2005 sind Sie nun die Leiterin der Schule an der Ruhr, war es eine schwere Entscheidung zu gehen? Ich begreife diese Umstellung als Herausforderung. Die Frage ist ja: Lasse ich etwas mit mir machen oder nehme ich aktiv Einfluss auf meine berufliche Entwicklung. Und ich konnte ja nur gewinnen. Dass die Schule 2016 ausläuft, war ja abzusehen. Also habe ich mich auf die freie Stelle in Münster beworben, dort werde ich künftig in der Schulaufsicht arbeiten.

Ihre neue Stelle in Münster ist ganz anders, als die als Leiterin der Schule an der Ruhr. Das stimmt, meine neue Stelle hat nur unmittelbar etwas mit Schülern zu tun. Ich weiß noch nicht, ob mir der direkte Kontakt zu ihnen fehlen wird – schließlich arbeite ich jetzt seit 25 Jahren mit Schülern zusammen und die Schule ist ein unglaublich vielfältiges Arbeitsfeld. Aber jetzt ist in meiner Laufbahn der Zeitpunkt gekommen, Schulen zu unterstützen und ihnen beratend zur Seite zu stehen.

Warum wollten Sie überhaupt Lehrerin werden? Ich habe schon früh durch Praktika Erfahrungen gesammelt. Für mich steckt in diesem Beruf sehr viel Herzblut. Ich habe mich bewusst für Sonderpädagogik entschieden, da ich gern mit Schülern in problematischen Lebenssituationen arbeite. Für diese Schüler ist es besonders wichtig, wahrgenommen zu werden. Ein Händedruck und ein kurzer Austausch verraten mir schnell, wie des dem Schüler gerade geht.  

Wie empfinden Sie den Abschied nach so langer Zeit? In einem Wort: Ambivalent. Ich hatte zwar genügend Tage, um mich damit auseinander zu setzen, aber als ich zum letzten Mal diesen Weg zur Schule gefahren bin, war es doch mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Beruflich wird sich einiges ändern, aber wohnen bleibe ich schließlich in Schwerte und ich werde weiterhin Schwerterin sein.

Was werden Sie vermissen, nachdem Sie Schwerte beruflich den Rücken kehren? Vermissen werde ich meine Schulgemeinde, die innovativen Aktionen, wie Schülersprechtage, Sport- und Spielfeste und den traditionellen Weihnachtsmarkt. Auch mein absolut tolles Team wird mir fehlen, das sollten die Kollegen wissen. In einer Kleinstadt wie Schwerte zu arbeiten, hatte seinen Reiz, weil man in einer kleinen Stadt „jeden“ kennt und diese kurzen Wege im Sinne der Schüler nutzen kann.

Der Schulleiterkollege Peter Zarnitz der Friedrich Ebert Schule in Lünen wird auch mit der Leitung der Schule an der Ruhr beauftragt.

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