Vor der Fahrt sind wir noch gut gelaunt: Meine Kollegin Irina Höfken (l.) und ich haben am ersten Kirmestag die Fahrgeschäfte für Sie getestet. © Irina Höfken
Erster Kirmesabend

Mädels im Musikexpress: Rasanter Herbstkirmes-Start mit Drehwurm

Die Schwerter Herbstkirmes hat begonnen – und um einen realistischen Eindruck zu liefern, haben meine Kollegin Irina Höfken und ich alles mal getestet. Ein Bericht mit Drehwurm.

Es ist gar nicht so einfach, einen Artikel zu schreiben, wenn man die Finger nicht mehr bewegen kann. Weil man sich kurz zuvor zwanzig Minuten lang an eine Musikexpress-Gondel geklammert hat. Doch allmählich geht es besser. Schreiben ist wie Radfahren, das verlernt man nicht.

Unsere erste Station auf der Herbstkirmes führt meine Kollegin Irina und mich am Freitagnachmittag (22.10.) zum Autoscooter. Wir wollen nämlich die Fahrgeschäfte testen. Da ist zwar schon ordentlich was los, aber einige der kleinen Autos sind noch frei. Wir sind Mädels, also entscheiden wir uns für das rosafarbene Auto – haha.

Angriff ist die beste Verteidigung

Wir werfen den Chip ein, und los geht’s. Ich lenke, Irina filmt dabei. Wobei: Lenken kann man das, was ich da tue, nicht wirklich nennen. Wir drehen uns im Kreis, werden herumgeschubst, geraten in unfreiwillige Frontalunfälle. Das kleine rosa Auto fährt unerklärlicherweise nur rückwärts. Plötzlich fällt mir ein, warum ich den Autoscooter als Kind nie mochte.

Achtung: Die rosa Autos im Autoscooter scheinen nur einen Rückwärtsgang zu haben.
Achtung: Die rosa Autos im Autoscooter scheinen nur einen Rückwärtsgang zu haben. © Martina Niehaus © Martina Niehaus

Doch jetzt ist es zu spät: Angriff ist die beste Verteidigung. Während ich uns begeistert in die Geisterfahrer-Position bringe, versucht Irina verzweifelt, das Handy im Wagen zu behalten. Doch gerade, als ich so richtig schön in Fahrt komme, ist die Runde vorbei. Schade eigentlich…

Rückwärts im Musikexpress? Auf gar keinen Fall!

Das nächste Fahrgeschäft auf unserer Teststrecke ist der Musikexpress. Als wir dort ankommen, ist gerade eine Rückwärtsrunde dran. Nichts für uns, beschließen wir. Schon vom Zuschauen wird uns schwindelig. Ein Kind, das sich im Arm seiner Mutter dreht, sieht auch schon aus, als würde es nicht mehr lange durchhalten.

Hat Mutti wohl ein Tütchen dabei? Und die viel wichtigere Frage: Sollen wir’s wirklich wagen? Aber für den Job machen wir einfach alles. Wir kaufen zwei Eintrittschips und steigen ein.

Naaa, trauen wir uns? Aber sicher. Für den Job tun wir doch alles.
Naaa, trauen wir uns? Aber sicher. Für den Job tun wir doch alles. © Irina Höfken © Irina Höfken

Die Fahrt geht ganz gemütlich los. Irina sitzt außen, hat wieder Handy und Stativ für unsere Videos im Anschlag. Ich fange gerade an, mich über sie lustig zu machen, weil sie so großen Respekt vor dieser „Raupe“ hat.

Wie schnell ist das Ding? „Keine Ahnung!“

Dann kommen die ersten Pyroeffekte aus den Düsen, und das Ganze beschleunigt sich etwas. Und noch etwas. Und noch etwas mehr. Am Ende höre ich nur noch das Kreischen der Leute in den anderen Gondeln, klammere ich mich an die Innenstange, hänge trotzdem halb auf Irinas Schoß. Und merke, dass das Brötchen kurz vor dem Kirmesbesuch vielleicht nicht die beste Idee des Tages war.

Ist das nicht schön hier? Der Musikexpress in voller Fahrt.
Ist das nicht schön hier? Der Musikexpress in voller Fahrt. © Irina Höfken © Irina Höfken

Doch auch der größte Drehwurm hat einmal ein Ende. Wir taumeln aus der Gondel, bedanken uns mit schwankender Stimme bei den Ticketverkäufern. Wie schnell das Ding eigentlich fährt, fragt Irina den Betreiber. Der hebt die Hände hoch: „Keine Ahnung“, sagt er und lacht. Gefühlt waren das sicher sechzig Stundenkilometer.

Ein Besuch lohnt sich. Wenn man schwindelfrei ist

Das Fahrgeschäft „Wave“ müssen wir uns leider klemmen. Sorry, aber wir können einfach nicht mehr. Es sieht auf jeden Fall so aus, als ob die kreischenden Jugendlichen, die sich dort im Kreis drehen, großen Spaß hätten. Aber unsere Mägen spielen einfach nicht mehr mit. Sehnsüchtig schiele ich stattdessen auf das unschuldige Kinderkarussell nebenan. Und frage mich schon wieder: Soll ich…?

Das ist schon eher meine Kragenweite nach all der Aufregung.
Das ist schon eher meine Kragenweite nach all der Aufregung. © Irina Höfken © Irina Höfken

Auf dem Rückweg gönnen Irina und ich uns noch ein Lebkuchenherz vom Bonbonstand. Der Betreiber erzählt, wie froh er ist, dass die Kirmes wieder losgeht. „Das waren zwei echt harte Jahre“, sagt er zu uns. Jetzt freut er sich auf viele Besucher am Wochenende. Wir können nur sagen: Es lohnt sich unbedingt! Nur schwindelfrei sollte man sein.

Wir werden wahrscheinlich keinen Bissen runterkriegen, aber das Herz haben wir uns gegönnt!
Wir werden wahrscheinlich keinen Bissen runterkriegen, aber das Herz haben wir uns gegönnt! © Irina Höfken © Irina Höfken

Öffnungszeiten:

  • Die Kirmes hat am Samstag, Sonntag und Montag jeweils von 14 bis 22 Uhr offen.
  • Am Sonntag findet der verkaufsoffene Sonntag ab 13 Uhr statt.
  • Am Montag gibt es zum Abschluss ein Bodenfeuerwerk nach Einbruch der Dunkelheit.
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Begegnungen mit interessanten Menschen und ganz nah dran sein an spannenden Geschichten: Das macht für mich Lokaljournalismus aus.
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Ist am Niederrhein geboren und aufgewachsen. Hat Germanistik und Kunstgeschichte studiert und lebt seitdem in ihrer Wahlheimat Bochum. Liebt das Ruhrgebiet und all seine spannenden Menschen und Geschichten.
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Irina Höfken

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