Unterschriften für die Volksinitiative „Gesunde Krankenhäuser" sammelte die Linke am Freitag bei einer Mahnwache auf dem Bürgersteig gegenüber vom Haupteingang des Marienkrankenhauses Goethestraße. © Reinhard Schmitz
Marienkrankenhaus Schwerte

Mahnwache am Marienkrankenhaus – aber nicht gegen die Klinikfusion

Den Zusammenschluss des Marienkrankenhauses mit anderen katholischen Kliniken sahen sie zwar mit Sorge. Aber es war nicht der Grund, warum die Linken vor der Klinik Unterschriften sammelten.

Vier Stockwerke hoch wirbt das überdimensionale Transparent an der weiß-grauen Klinkerfassade des Marienkrankenhauses Goethestraße für die neue Paulus-Gesellschaft, den Zusammenschluss katholischer Kliniken im Raum Dortmund.

Doch diese aktuelle Konzentrations-Maßnahme ist nicht der Anlass, warum die Linken am Freitagmittag (9. Juli) direkt gegenüber vom Haupteingang eine Mahnwache aufgebaut haben. Als eine von vielen beteiligten Organisationen aus NRW sammeln sie Unterschriften für die Volksinitiative „Gesunde Krankenhäuser“.

Auch im Marienkrankenhaus kursieren Unterschriftenlisten

„Gesundheit darf nicht vermarktet werden“, sagt Vorstandsmitglied Walter Wendt-Kleinberg. Deshalb prangert die Volksinitiative mangelnde finanzielle Unterstützung von Investitionen der Kliniken durch das Land NRW an. Weitere Kritikpunkte sind die Situation in der Pflege sowie Lohn und Arbeitsbedingungen des Personals im Gesundheitswesen.

Dass eine Klinik-Mitarbeiterin zu dem Stand herüberkommt und längere Zeit mit der Volksinitiative diskutiert, unterstreicht, wie drängend die Probleme bei den Pflegekräften sind. Über die Personalvertretung würden auch im Marienkrankenhaus Unterschriften gesammelt, berichtet Linke-Stadtverbandsvorsitzender Karl-Heinz Schimpf. Die Listen kursieren in den verschiedenen Abteilungen.

Für den Zusammenschluss katholischer Kliniken im Raum Dortmund wirbt ein überdimensionales Transparent an der Fassade des Marienkrankenhauses Goethestraße. Diese aktuelle Konzentration war allerdings nicht der Anlass für die Mahnwache der Volksinitiative „Gesunde Krankenhäuser
Für den Zusammenschluss katholischer Kliniken im Raum Dortmund wirbt ein überdimensionales Transparent an der Fassade des Marienkrankenhauses Goethestraße. Diese aktuelle Konzentration war allerdings nicht der Anlass für die Mahnwache der Volksinitiative „Gesunde Krankenhäuser”. © Reinhard Schmitz © Reinhard Schmitz

Die Aktion vor der Klinik ist eine von vielen, die seit Monaten vergangenen Jahres für „Gesunde Krankenhäuser“ stattfinden. Bereits im November legte die Volksinitiative erste Unterschriftenlisten in der Stadt aus. Insgesamt seien NRW-weit 66.000 Unterschriften nötig, damit der Landtag eine Sitzung über das Anliegen der Volksinitiative einberufen müsse. Dieses Ziel zu erreichen, wurde durch die Corona-Krise bislang arg erschwert.

Als die Stände in der Fußgängerzone aufgebaut wurden, war diese wegen vieler geschlossener Geschäfte alles andere als ein Publikumsmagnet. Und auch am Marienkrankenhaus ist deutlich zu spüren, dass der Besucherverkehr auf den Stationen immer noch eingeschränkt ist. Wo sonst ein Kommen und Gehen vor dem Haupteingang zu beobachten ist, verlieren sich nur vereinzelt Menschen.

Zusammenschluss der Krankenhäuser beinhaltet auch Gefahren

Aber die Aktiven wollen standhaft bleiben. „Es ist angedacht, bis 21 Uhr hier zu stehen“, erklärt Karl-Heinz Schimpf. Dabei würden seine Parteimitglieder von Aktiven der Organisation Attac unterstützt.

Obwohl ihre Aktion nicht der neuen Paulus-Gesellschaft der katholischen Krankenhäuser gilt, wird diese Entwicklung von Karl-Heinz Schimpf zumindest in Teilen mit Sorge betrachtet. Eine Konzernbildung beinhalte immer die Gefahr, dass eine Spezialisierung stattfinden könnte. Noch habe Schwerte von den Abteilungen des Marienkrankenhauses her „eine relativ gute Versorgung“.

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Reinhard Schmitz, in Schwerte geboren, schrieb und fotografierte schon während des Studiums für die Ruhr Nachrichten. Seit 1991 ist er als Redakteur in seiner Heimatstadt im Einsatz und begeistert, dass es dort immer noch Neues zu entdecken gibt.
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Reinhard Schmitz

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