Christopher Noll verspricht, dass es bei Neuhoff noch genug Waschmaschinen, Trockner und Geschirrspüler gibt. © Holger Bergmann
Weltweite Krise

Mangel an Elektrogeräten: Auch Kunden in Schwerte müssen warten

Die Corona-Pandemie hat seltsame Effekte. Einer ist der Chip-Mangel. Die Computer-Chips fehlen zum Beispiel in Wasch- oder Spülmaschinen. Die Chip-Krise hat längst auch Schwerte erreicht.

Zuerst waren Toiletten-Papier und Nudeln weg. Dann die Desinfektionsmittel, dann die Masken, dann das Holz bei den Dachdeckern, seit Wochen stöhnen die Autobauer unter Material-Mangel und nun gibt es Lücken in den Elektro-Märkten.

Die Corona-Pandemie trifft die Weltwirtschaft hart. Wäre nicht die Pandemie selbst, stünde die Chip-Krise ganz vorn in der gesellschaftlichen Aufmerksamkeit. Momentan sind es aber vor allem Kunden, die sich eine neue Waschmaschine oder Spülmaschine kaufen wollen, die die Krise bemerken.

Nicht alle Geräte verfügbar

Denn sie können sich nicht immer das kaufen, was sie sich eigentlichen ausgewählt haben. Auch nicht im Fachmarkt für Hausgeräte und Küchen Neuhoff an der Sonnenstraße.

„Wenn man eine besondere Marke oder ein Gerät mit einer bestimmten Funktion haben möchte, kann es zu Wartezeiten von 16 bis 25 Wochen kommen“, berichtet Filialleiter Christopher Noll.

Wie wird die Maschine genutzt

Das heißt aber nicht, dass alle Kunden diese Wartezeiten erdulden müssen. „Wem die Marke egal ist, und wer auf spezielle Funktionen wie automatische Dosierung oder Konnektivität mit dem Hausnetzwerk verzichten kann, für den finden wir auch ein Gerät“.

In diesen Zeiten, so Noll, lohne es sich besonders für die Kunden, detailliert festzustellen, wie die Maschine genutzt werden soll. „Ein Haushalt, der den Trockner täglich nutzt, braucht ein anderes Gerät als ein Haushalt, bei dem der Trockener nur einmal pro Woche läuft“.

Nicht auf Effizienz verzichten

Im Lager gebe es noch genug Geräte zur Auswahl, um die meisten Kunden beliefern zu können. Außerdem sei der Nachschub ja nicht ganz abgeschnitten. Es gebe einfach nur weniger.

Nicht verzichten sollten Käufer neuer Haushaltsgerät auf Energieeffizienz, meint Christopher Noll. „Auf Effizienz und Nachhaltigkeit sollte man auf jeden Fall achten.“

Digitalisierung erhöht die Nachfrage

Laut Medienberichten, muss man damit rechnen, dass der Chip-Mangel noch bis ins nächste Jahr andauern wird. Erst dann wird die weltweite Chip-Herstellung die Nachfrage wieder decken können.

Die Verbindung von Chip-Mangel und Corona-Krise ist demnach folgende: Die Kontaktbeschränkungen und Lockdowns haben Home-Office und Home-Schooling stark gefördert.

Das erforderte die Anschaffung digitaler Geräte, während die Chip-Hersteller ihre Kapazitäten nicht erhöhen konnten. So kam es zu dem Mangel.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Holger Bergmann ist seit 1994 als freier Mitarbeiter für die Ruhr Nachrichten im Dortmunder Westen unterweg und wird immer wieder aufs neue davon überrascht, wieviele spannende Geschichten direkt in der Nachbarschaft schlummern.
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Holger Bergmann

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