Der Einsatz für seine Stadt und gegen rechte Gewalt waren seine Herzensangelegenheit

mlzMarc Kaiser

Marc Kaiser kann keine weitere Demonstration gegen rechte Gewalt und für ein friedliches Zusammenleben mehr organisieren. Der engagierte Schwerter ist tot. Er wurde nur 36 Jahre alt.

Schwerte

, 21.02.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Was bleibt, ist die Erinnerung. Die Erinnerung an einen Schwerter, der seine Stadt bekennend liebte. An einen Feingeist, der sich für das friedvolle Zusammenleben einsetzte. An einen Kollegen, der als freier Mitarbeiter eine Zeitlang vor allem das kulturelle Leben begleitete. Marc Kaiser lebt nicht mehr. Der 36-Jährige, der sich selbst als Philosoph und Schriftsteller bezeichnete, wurde am Freitag tot in seiner Wohnung in der Altstadt aufgefunden.

Der gebürtige Schwerter hatte sein Abitur mit dem Notenschnitt 1,1 am Abendgymnasium in Münster abgelegt. Mit einem Stipendium des größten deutschen Begabtenförderungswerkes, der Studienstiftung des deutschen Volkes, nahm er ein Psychologiestudium in Marburg auf.

Privataudienz beim deutschen Papst

In Münster hatte Marc Kaiser bei der Tätigkeit für einen Pflegedienst einen Theologie-Professor kennen gelernt. Weihnachten 2011 durfte er den Rollstuhlfahrer bei einer Privataudienz beim damaligen Papst Benedikt XVI. begleiten und sogar den Papstring küssen.

Die Schwerter Zeitung berichtete darüber und konnte Marc Kaiser, der auch über eine ausgebildete Gesangsstimme verfügte, Mitte 2018 als freien Mitarbeiter gewinnen. Ende vergangenen Jahres organisierte er noch drei Demonstrationen in der Stadt, die ein Zeichen gegen rechte Gewalt und für die Liebe als Heilmittel setzen sollten.

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