Notfallambulanz: „Wer sich den Besuch beim Hausarzt sparen will, ist bei uns falsch“

mlzMarienkrankenhaus

Die Notfallambulanz des Marienkrankenhauses hat seit der Schließung der Notdienstpraxis der Hausärzte und coronabedingt viel zu tun. Doch dabei geht es oft gar nicht um Behandlungen.

Schwerte

, 13.11.2020, 18:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als Anfang November die Notdienstpraxis der Hausärzte am Schwerter Marienkrankenhaus geschlossen wurde, klopften viele Patienten bei der Notfallambulanz des Krankenhauses an. Nach etwas mehr als einer Woche hat sich das zwar ein wenig verbessert, aber nach wie vor belastet die Schließung auch die Arbeit der Klinik.

Vor allem mehr organisatorische Arbeit

„Wir haben vor allem viel organisatorische Arbeit zu leisten“, erklärt Marko Wilke, pflegerischer Leiter der Notfallambulanz. Immer wieder müsse man Patienten erklären, wo sie jetzt Hilfe finden. Oft auch am Telefon, weil die Menschen die Schließung nicht mitbekommen haben.

Mittlerweile steht zwar ein Schild an den geschlossenen Räumen, in denen zuvor die Hausärzte ihren Dienst verrichtet haben, das hält aber einige nicht davon ab, sich an die benachbarte Ambulanz zu wenden.

Doch die ist eben nur für echte Notfälle zuständig. Wer sich etwas gebrochen oder schwer verstaucht hat, sei natürlich willkommen, erklärt Marko Wilke. Auch wer internistisch ein schweres Problem hat, ob das im Bereich Herz-Kreislauf oder auch Atemwege liegt.

Doch wer sich Sorgen macht, weil eine längst behandelte Verletzung schlecht ausheilt oder sich den Weg zum Hausarzt sparen möchte, der sei in der Notfallambulanz falsch aufgehoben.

Ersatzpraxen in Dortmund und Unna

So eine richtige Grenze zwischen Fällen für die Ambulanz und jenen für den Notdienst gebe es nicht. „Alles, womit ich normalerweise während der Sprechstunde zu meinem Hausarzt gehe, mit diesen Beschwerden sollte man außerhalb der Sprechzeiten zum hausärztlichen Notdienst gehen“, erklärt der Sprecher des Krankenhauses, Detlev Schnittker.

Die Praxen, die für die Schwerter Praxis einspringen sind in Dortmund im Klinikum an der Beurhausstraße und in Unna am Katharinen-Hospital.

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Ohnehin hat die Ambulanz der Klinik, die ja rund um die Uhr geöffnet ist, in Zeiten von Corona viel am Telefon zu erledigen. Die Menschen seien zurückhaltender, was den Besuch vor Ort betrifft, so Wilke. Aber sie würden viel öfter anrufen und versuchen, medizinische Fragen per Telefon zu klären.

Immer mehr Anfragen über Telefon

Und da das Krankenhaus eben immer erreichbar sei, landen am Telefon der Notfallambulanz derzeit auch immer öfter Anfragen, die eigentlich beim Hausarzt oder der Hotline des Gesundheitsamtes besser angesiedelt seien.

Hinzu kommt das Problem, dass Menschen, die sich in der häuslichen Quarantäne verletzen, natürlich auch behandelt werden müssen. Dafür hat die Ambulanz zwei Eingänge, um Corona-Patienten von den übrigen zu trennen.

Auch das sei durch Test und Schutzausrüstung ein größerer Aufwand, als in normalen Zeiten. Die Ambulanz ist auch durch einen Sicherheitsdienst gesichert. Dort wird auch die Liste derjenigen geführt, die die Räume betreten.

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