Mehr Hilfe für Flüchtlingskinder in Schwerte

Erstes Informationstreffen

Zum ersten Mal trafen sich Vertreter von flüchtlingsnahen Organisationen und Diensten sowie Erzieherinnen aus Schwerte, um über den Umgang und Alltag mit Flüchtlingskindern zu sprechen. Ziel soll es sein, künftig auftretende Probleme in regem Austausch schneller zu lösen. Wie genau? Erste Ansätze wurden bereits genannt.

SCHWERTE

, 11.03.2015, 19:14 Uhr / Lesedauer: 1 min
Infoveranstaltung: Flüchtlingskinder in Schwerter Kitas.

Infoveranstaltung: Flüchtlingskinder in Schwerter Kitas.

Der Bereich Jugend und Familie hatte zu diesem ersten Informations- und Netzwerktreffen in den Bürgersaal des Rathauses geladen. 

Derzeit leben 27 Flüchtlingsfamilien mit insgesamt 65 Kindern und Jugendlichen in Schwerte. 13 der Kinder sind zwei bis sechs Jahre alt und einige von ihnen besuchen bereits eine Kindertageseinrichtung.

Schwer zu bewältigende Probleme

Als schwierig beschreibt Manuela Kuske die aktuelle Situation. "Die Flüchtlingskinder benötigen eine besondere Unterstützung, und wir sind keine Psychologen", so die Leiterin der städtischen Kita "Zappelkiste" in Holzen, die derzeit einen schwer traumatisierten Jungen aus Albanien in ihrer Einrichtung betreut. Häufig sehen sich Erzieher mit Problemen konfrontiert, die von den Einrichtungen allein nur schwer zu bewältigen sind. Dazu gehören neben traumatischen Erlebnissen, ausgelöst durch Kriege und Flucht, auch drastische kulturelle Unterschiede oder sprachliche Barrieren.

In diesen Fällen sei häufig eine Eins-zu-eins-Betreuung vonnöten, sprich eine Erzieherin wäre zuständig für dieses eine Kind. Zu stemmen sei das auf Dauer allerdings ohne weitere personelle Unterstützung nicht. Hinzu käme, dass es schwer sei, mit kulturellen Unterschieden und dem häufig anderen Stellenwert des Kindes in der Familie umzugehen, da sind sich die anwesenden Erzieherinnen einig. So sei es teilweise notwendig, zunächst eine gewaltfreie Erziehung zu vermitteln.

Brücken der Verständigung schlagen

"Eigentlich spielt das Gespräch mit den Eltern auch immer eine Rolle", bemerkt Kuske. Doch das sei mangels nötiger Deutschkenntnisse kaum möglich.

Um die Situation zu entschärfen und Lösungen herbeizuführen, bieten das kommunale Integrationsbüro des Kreises, die Beratungsstelle der Diakonie, der Arbeitskreis Asyl, das Sozialamt sowie der Jugendhilfedienst tatkräftige Unterstützung an. So wäre es zukünftig möglich, traumatherapeutischen Beistand zu organisieren, Flüchtlings-Paten des Arbeitskreises verstärkt in einen Dialog mit den Eltern einzubinden oder Crashkurse in Sprachen für die Erzieherinnen anzubieten, um Brücken der Verständigung zu schlagen.

"Wichtig ist, dass wir die Flüchtlingskinder gut bei uns aufnehmen", sagt Klaus-Peter Langner vom Bereich Jugend und Familie, der zu dem ersten Informations- und Netzwerktreffen geladen hatte.

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