Mit diesen drei Punkten will die Stadt Schwerte ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten

mlzUmweltschutz in Schwerte

In einer Sondersitzung am Dienstag hat der Umweltausschuss die Klimaziele für die nächsten Jahre beschlossen. Wie es weiter geht und warum manche Punkte erst im November besprochen werden.

Schwerte

, 28.08.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Seit sieben Wochen herrscht in Schwerte der Klimanotstand. Im Juli hatte der Rat einen Bürgerantrag unterstützt und offiziell anerkannt, dass der Umweltschutz wichtiger sei denn je. In einer Sondersitzung des Ausschusses für Infrastruktur, Stadtentwicklung und Umwelt (AISU) zum lokalen Klimaschutz am Dienstag wurden einstimmig die Energie- und Klimaziele für die kommenden Jahre beschlossen.

Diese Ziele gehen hervor aus Maßnahmen des European Energy Awards (EEA), bei dem die Stadt Schwerte bald ein „Partner mit Auszeichnung“ werden möchte. Die Maßnahmen im EEA sind in vier Handlungsfelder unterteilt - kommunale Liegenschaften, Energieversorgung und erneuerbare Energien, Stadtentwicklung und -verwaltung sowie Wirtschaft.

Was ist der European Energy Award?

Der EEA betreibt internationales Qualitätsmanagement in Sachen Klimaschutz. Es gibt verschiedene Ziele und Maßnahmen, die eine Kommune erfüllen und umsetzen muss. Auf dem Weg dahin steht ein externer Berater zur Verfügung, der die Anstrengungen auch regelmäßig überprüft.

Als übergeordnetes Ziel steht die Senkung der Treibhausgas-Emissionen ganz oben auf der Liste - Bis 2030 sollen sie um 35 Prozent gegenüber 2017 gesenkt werden. Der Energieverbrauch soll bis dahin um 20 Prozent zurückgehen. So will man in Sachen Klimaschutz außerdem an den Start gehen:

1. Energieverbrauch senken

Durch erneuerbare Energien in städtischen Gebäuden soll der Verbrauch gesenkt werden. Bis 2025 will die Stadt in allen Kindergärten, Schul- und Verwaltungsgebäuden auf LED-Beleuchtung umsteigen, in Gebäuden mit hohem Verbrauch werden zusätzlich intelligente Stromzähler installiert. Städtische Gebäude sollen außerdem nicht nur mit Ökostrom, sondern mit regionalem Ökostrom versorgt werden.

Photovoltaikanlagen - also Solaranlagen - gibt es laut Maßnahmenplan bis 2025 auf 10 Prozent aller Dachflächen (derzeit acht Prozent). Die Verwaltung will außerdem prüfen, ob sich Freiflächen im Stadtgebiet für die Gewinnung von Solarenergie eignen.

2. Nachhaltiges Bauen und klimagerechte Verkehrsplanung

Stadtverwaltung und Stadtwerke wollen im täglichen Straßenverkehr verstärkt auf E-Mobilität zurückgreifen. Bis 2025 soll es dort doppelt so viele Dienstfahrzeuge mit emissionsarmen Antrieb geben wie bisher. Den Fuhrpark wolle man dann im Sinne des CarSharings je nach Bedarf unter den Mitarbeitern aufteilen. Dass man die Ladeinfrastruktur in der Stadt ausbessern will, steht schon länger fest.

Auch beim Radverkehr will man nachlegen und über E-Ladestationen und Abstellmöglichkeiten nachdenken.

Vorhandene Grünflächen sollen klimagerecht genutzt werden. Freiflächen in der Stadtmitte und in den Ortsteilen werden bewertet, um dann zu entscheiden wie sie am besser genutzt werden können. Bestehende und neue Gebäude sollen mit alternativer Energie versorgt werden, wie es beispielsweise beim Café Extrablatt über Fernwärme geschehen wird.

3. Schwerter Unternehmen klimafreundlicher machen

Schwerte hat als industriegeprägte Stadt mit starken Emissionen zu kämpfen. Das will die Verwaltung ändern, indem der Energieverbrauch der Unternehmen gesenkt wird. Zunächst wolle man mehr mit den Firmen kommunizieren, sie auf Möglichkeiten beim Klimaschutz aufmerksam machen, fünf Informationsveranstaltungen in den kommenden sechs Jahren organisieren und sparende Ressourcen wie Solarenergie oder LED-Beleuchtung einführen.

Der Umweltausschuss des Rates stimmte am Dienstag allen Maßnahmen und Zielen zu. Auch die Ratsparteien hatten der Verwaltung einige Vorschläge unterbreitet und auf die Tagesordnung setzen lassen.

Vorschläge aus der Politik werden im November diskutiert

Die Grünen beispielsweise fordern zusätzlich zu den Maßnahmen, die bereits im Klimakonzept der Stadt auftauchen, die „Sicherstellung eines Wildnisentwicklungsgebietes“ im Schwerter Wald und die sofortige Stärkung des ÖPNV. Die CDU fordert, die zwei städtischen Klimaschutzmanagerinnen auch nach Ablauf der Förderung im August 2020 weiterhin zu beschäftigen und regelmäßig Nachweise über die klimafreundlichen Aktivitäten der Stadt zu berichten. Eine längere Liste mit 38 Punkten hat die WfS veröffentlicht - hier werden unter anderem begrünte Dachflächen, Pendlerparkplätze in Autobahnnähe, die Überprüfung von Ampelphasen und weniger Schottergärten gefordert.

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Die Vorschläge von Grünen und den Christdemokraten lagen bereits vor der Ratssitzung Anfang Juli vor, wurden damals auf die Sondersitzung im August verschoben. Dort hat man sich wiederum geeinigt, erst bei der nächsten Sitzung des Ausschusses am 19. November über die Punkte abzustimmen.

„Erst wenn die Verwaltung die Punkte aus den Anträgen von Ratsparteien mit den Energie- und Klimazielen aus dem European Energy Award (EEA) abgeglichen und dort nicht erfasste Vorhaben aus den Anträgen in eine Liste überführt und auf ihre Machbarkeit hin bewertet hat, will die Politik kommunale Klimaziele priorisieren und auf den Weg bringen“, hieß es dazu in einer Pressemitteilung der Stadt Schwerte. Bis dahin sollen auch Leitfäden zum klimabewussten Leben in Schwerte entstehen.

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