Mitarbeiter mussten die Lebensmittel rationieren

Schwerter Tafel

SCHWERTE Obst und Gemüse satt. Aber Reis, Konserven und eiligst aufgetaute Bratwürste streng rationiert. Lange Gesichter machten Bedürftige, die am Freitag zur Lebensmittelausgabe in die Schwerter Tafel kamen. Verpackte Lebensmittel waren Mangelware, nachdem die Mitarbeiter überraschend angewiesen worden waren, alle geringfügig überlagerten Pakete zu entsorgen.

von Von Reinhard Schmitz

, 06.11.2009, 19:35 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die letzten verpackten Lebensmittel aus dem Küchen-Lager hatte den die Mitarbeiter der Schwerter Tafel für die Ausgabe zusammengesucht.

Die letzten verpackten Lebensmittel aus dem Küchen-Lager hatte den die Mitarbeiter der Schwerter Tafel für die Ausgabe zusammengesucht.

Dass es „nicht notwendig“ gewesen sei, einen Tag abgelaufen Pudding zu entsorgen, räumte am Freitag auch Signal-Geschäftsführer Olaf Heppe ein. Manche Produkte – natürlich kein Fisch oder Frischwurst – könnten nach Sicht- und Geruchsproben auch ein oder zwei Tage nach dem Ablaufen noch verwendet werden: „Vorsicht ist aber angebracht.“ Um weitere große Wegwerfaktionen zu vermeiden, will Heppe die Lebensmittelausgabe künftig an drei statt bisher zwei Tagen öffnen. Damit könnten Spenden schneller weitergegeben werden, bevor die Mindesthaltbarkeit kristisch wird.

Nicht aufgedruckt ist diese auf Paprika, Tomaten oder Gurken, die am Freitag reichlich vorhanden waren. Eine bunt gemischte Kundschaft holte sich bei Nina Kleeschulte einen Einkaufskorb ab. Wer einen Berechtigungsausweis vorweisen konnte, durfte den kleinen grünen für einen, den großen blauen für zwei Euro randvoll packen. „Noch ein paar Bananen?“ bot Mitarbeiter Thomas Sowade an. Alle Enge und Hektik durchströmte ein freundlicher Umgangston. Nur selten wurde ein „Danke!“ und „Schönes Wochenende“ vergessen. Auch wenn die Taschen nicht so gut gefüllt waren wie gewohnt. 

Lesen Sie jetzt