Modellrechnung ohne Ergebnis

Hochwasser-Gutachten

Die Einschätzung des Experten stieß bei den Kleingärtnern der Amsel auf wenig Gegenliebe. „Wir sehen derzeit in diesem Bereich keine akute Hochwasser-Gefahr“, stellte Regierungsbaudirektor Dr. Michael Leismann im Ausschuss für Demographie, Stadtentwicklung und Umwelt klar.

SCHWERTE

von Anne Petersohn

, 15.04.2011, 18:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das Hochwasser-Gutachten stieß bei den Kleingärtnern der Amsel auf wenig Gegenliebe.

Das Hochwasser-Gutachten stieß bei den Kleingärtnern der Amsel auf wenig Gegenliebe.

In einer Sondersitzung präsentierte Leismann die Ergebnisse einer Modellrechnung, die die Bezirksregierung für die Ruhrstadt aufgestellt hat. Bis 2015, so sieht es die EU-Gesetzgebung vor, muss ein umfassender Plan zur Bekämpfung von Hochwasser in betroffenen Gebieten und somit auch in Schwerte erstellt werden. Den Eindruck, dass der Abstand zwischen den Überflutungen in den vergangenen Jahren immer kürzer geworden sei, wollte Leismann jedoch nicht bestätigen. „Das ist immer noch ein Zufallsgeschehen.“

Auch der Klimawandel, betonte der Experte auf Nachfrage, habe bisher keinen messbaren Einfluss auf die Entwicklung – ebenso wenig wie weitere Faktoren, die Michael Leismann für seine Untersuchung in den Blick genommen hatte. Der Deich an der Wassergewinnungsanlage, die Villigster Flutbrücke an der B 236, die Gehölz-Anpflanzungen des Kreises Unna auf den Ruhrwiesen – sie alle veränderten die Situation in der Amsel in keinster Weise. „Auch die Talsperren haben nur einen sehr geringen Einfluss auf das Hochwasser.“Die Frage nach möglichen Schutz-Maßnahmen blieb dennoch – eine Antwort mit konkreten Ideen hatte Dr. Michael Leismann nicht. So sei ein Hochwasser-Konzept sei zwar grundsätzlich denkbar, es müsse jedoch im Einklang mit dem Hochwasserschutz anderer Kommunen stehen. „Man muss den Fluss als Ganzes betrachten.“ Die Bezirksregierung erteile die Genehmigung – ohne jedoch für alle Kosten aufzukommen. Denn zehn bis 20 Prozent blieben mindestens an der jeweiligen Kommune hängen.

Die Kleingärtner der Amsel fühlten sich wenig ernst genommen, wie sie mit Anmerkungen aus dem Zuschauerraum zum Ausdruck brachten. „Früher war deutlich weniger Hochwasser“, bemerkte einer der Pächter, „da kann doch etwas nicht in Ordnung sein.“ Er habe das Gefühl, die Bezirksregierung habe kein Verständnis für die Sorgen der Betroffenen. „So eine kleine Gartenanlage, die lässt man untergehen.“

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