Mordversuch in Westhofen: Verhalten des Ehemannes machte die Kripo stutzig

SCHWERTE Er sah aus wie das heulende Elend. Trotzdem wurden die Kripo-Beamten stutzig. Irgendetwas am Verhalten des früheren Westhofener Postbetreibers stimmte nicht.

von Von Reinhard Schmitz

, 03.03.2009, 18:09 Uhr / Lesedauer: 1 min
Mordversuch in Westhofen: Verhalten des Ehemannes machte die Kripo stutzig

Der Angeklagte schweigt bislang zu den Vorwürfen.

Den Kollegen gaben sie auch den Tipp, das Auto des Angeklagten unter die Lupe zu nehmen. Es schien verdächtig, weil es nicht vor dem Haus geparkt war. Offensichtlich war in dem BMW auch der Stumme Diener transportiert worden, der lange als mögliches Tatwerkzeug gesucht wurde. Daran erinnerte sich ein damaliger Postmitarbeiter, als er in der Zeitung von der verschwundenen schwarzen Figur las. "Sie sollte zum Friseur gebracht werden", erzählte der 23-Jährige dem Gericht.

Seine Kollegin wusste aber sofort, dass der Stumme Diener zwischen alten Kartonagen im Abfallcontainer der Postagentur lag. Beim Leeren des Papierkorbs hatte sie das Versteck zufällig entdeckt. Und war sich sicher: Am Tag vor der Bluttat lag die Holzfigur noch nicht da. Diese wird der 23-Jährige wohl sein Leben lang nicht vergessen. Er war es, der den Hörer abhob, als die lebensgefährlich verletzte Chefin mit leiser, stockender Stimme in der Postagentur anrief. Er war es, der den Ehemann alarmierte. Und er war es, der die blutüberströmte Frau auf der Treppe ihres Wohnhauses im Föhrenweg sitzen sah. Nach dem Ende der Postagentur ist er arbeitslos.  

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