Der Mühlstein am Segensweg in Ergste. © Foto: Gemeinde
Segensweg

Mühlstein-Station am Segensweg: „Die Bänke zerstören das Kunstwerk“

Mit 12 Stationen führt der Segensweg durch das Ergster Dorf und seine Felder. Ludger Schüttert entwickelte die Idee zur Mühlstein-Station. Die Bänke um den Stein ärgern ihn bis heute.

Im Jahr 2003 gründete die evangelische Kirchengemeinde in Ergste die Johannisstiftung zur Förderung der kirchlichen Arbeit im Stadtteil. Ein Herzensprojekt der Stiftung – und gleichzeitig ihr erstes Projekt – war die Erstellung des Ergster Segensweges.

Der Weg führt durch das Ergster Dorf und seine Felder zu 12 Stationen, an denen christliche Kunstwerke die vorbeigehenden Wanderer zum Nachdenken anregen sollen. Am Sonntag (30. Mai) ist „Segenswegtag“, der Jahrestag des kirchlichen Projekts.

Schüttert entwickelte Idee zur eigenen Station

Ludger Schüttert engagierte sich über Jahrzehnte in der Ergster CDU und war auch als Ratsmitglied aktiv. Wegen seiner Nähe zur Kirche entwickelte er in der Planungsphase des heutigen Segensweges eine eigene Idee für eine Station. „Zu dem damaligen Zeitpunkt konnte niemand eine konkrete Idee liefern“, berichtet Ludger Schüttert. „Dann entwickelte ich die Idee eines Mühlsteins, da ich selber ein Bauernkind war.“

Nach Absprache mit dem Presbyterium der Kirchengemeinde und dem Ortsverein der CDU bekam der Mühlstein schließlich seinen Platz auf der siebten Station des Segensweges am Elsebach. In den Mühlstein ist die der Vers „Vater unser im Himmel – unser täglich Brot gib uns heute“ eingraviert.

Steinbänke für Wanderer am Mühlstein

Eine zusätzliche Idee von Ludger Schüttert, deren Umsetzung bis heute nicht stattgefunden hat, führt beim ehemaligen CDU-Ratsmitglied allerdings bis heute zum Verdruss. Passend zum Mühlstein sollten vier steinerne Bänke für Wanderer als Sitzmöglichkeiten hergerichtet werden. Ludger Schüttert schlug vor, die vier Steinbänke in alle Himmelsrichtungen auszurichten, um auf die Nöte der Menschen an allen Orten auf der Welt aufmerksam zu machen.

Zudem sollten die schweren steinernen Bänke Vandalismus vorbeugen, da sie deutlich robuster als normale Holzbänke seien. „Der Bau der Sitzgelegenheiten scheiterte damals an der Finanzierungsmöglichkeit, wurde von der CDU zwar beschlossen, aber in die Zukunft verschoben“, sagt Ludger Schüttert. Der Ergster erinnert sich auch noch daran, dass die Diskussionen um die Steinbänke immer mal wieder zu Ärger innerhalb der Ergster CDU führten.

Holzbänke ärgern Schüttert bis heute

Einige Zeit später veranlasste der Vorstand der Ergster CDU mithilfe des Bauhofes, dass an der Mühlstein-Station des Segensweges doch noch Bänke installiert wurden. Statt der von Ludger Schüttert vorgeschlagenen Steinbänke wurden allerdings normale Holzbänke aufgestellt, die dort auch bis heute stehen. „Die Bänke zerstören das Kunstwerk und sind geschmacklos. Das habe ich der CDU auch so mitgeteilt“, ärgert sich Ludger Schüttert. „Auch unter den Ergstern besteht eine Ablehnung gegenüber den Bänken.“

Ludger Schüttert liegt der Mühlenstein am Segensweg sehr am Herzen. Seine Frau und er legen dort regelmäßig Blumen ab.
Ludger Schüttert liegt der Mühlenstein am Segensweg sehr am Herzen. Seine Frau und er legen dort regelmäßig Blumen ab. © Schüttert © Schüttert

Der Segensweg solle zum Nachdenken anregen und ein Platz der Schönheit und Ruhe bieten. Die Holzbänke seien dafür hinderlich. Auch wenn der Ärger um die Mühlstein-Station nicht mehr ganz aktuell ist, liegt das Projekt Ludger Schüttert immer noch am Herzen – gerade auch, weil sein Name in der Legende des Steins steht. „Ich stehe auch nach wie vor zur CDU, aber diese Sache in Ergste gefällt mir immer noch nicht.“

Dennoch hält der Trubel um die Bänke Ludger Schüttert nicht davon ab, sich um seinen Mühlstein zu kümmern. „Meine Frau und ich pflegen den Stein und bringen vier Mal im Jahr Blumen an die Stelle“, berichtet er. Das nächste Blumenbouquet findet am Sonntag, dem Segenswegtag, seinen Platz am Elsebach. Und vielleicht kommt ja bis zum nächsten Segenswegtag doch noch Bewegung in die Bank-Diskussion.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Student für Sozialwissenschaft und Philosophie – gebürtiger Schwerter und Wahl-Dortmunder. Immer interessiert an Menschen aus dem Ruhrgebiet und ihren Geschichten.
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Felix Mühlbauer

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