Müll an der Sparkasse in Schwerte-Ost – „Ich hab‘ sogar schon mal alles eingesammelt“

mlzMülleimer fehlt

Eine Sparkasse ohne Mitarbeiter, nur mit Automaten, Terminal, Drucker. Und immer neuem Müll, drinnen wie draußen. Irgendwann reichte es Angelika Fischer. Sie räumte auf. Und beschwerte sich.

Schwerte-Ost

, 15.11.2019, 13:11 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sie kommt regelmäßig, einmal im Monat oder so, „wie oft holt man schon seine Kontoauszüge?“ Und jedes Mal ärgert sich Angelika Fischer wieder über das, was sie rund um die Sparkasse in Schwerte-Ost an der Ostberger/Lichtendorfer Straße sieht.

Leere Kaffeebecher, Taschentücher, Plastikfolien, viele Zigarettenstummel. Die Dinge eben, die man in einen Mülleimer werfen würde, wenn denn einer da wäre. „Aber es gibt hier keinen, drinnen nicht und draußen auch nicht“, sagt Fischer.

„Ich bin hier rumgegangen und hab alles eingesammelt.“
Angelika Fischer, Sparkassen-Kundin

Andere hätten sofort bei der Sparkasse angerufen und sich beschwert. Die 62-Jährige aber nahm sich erst einmal eine Tüte: „Ich bin hier rumgegangen, hab alles eingesammelt, bin nach Hause und habe das in meinen Mülleimer geworfen. Ich wohne ja nur eine Straße weiter.“

Angelika Fischer dachte sich: „Wenn ich das mitnehme und es ist sauber, dann traut sich keiner, das Erste zu schmeißen. Aber wennn da zwei, drei Sachen liegen, dann werden auch noch zehn andere dazugeschmissen.“

Zwei Mal bei der Sparkasse beschwert, aber nichts tat sich

Eine Lösung war das nicht. Beim nächsten Besuch war viel neuer Müll da. Also beschwerte sich die Kundin doch im Service-Center der Sparkasse. „Es hieß: ‚Ja, ich stoße das an. Ich kümmere mich darum.‘ Und dann verlässt man sich ja auch erst einmal darauf.“

Doch es tat sich nichts, auch nicht nach dem zweiten Anruf. Sodass sich die 62-Jährige jetzt doch an die Öffentlichkeit wendet. Obwohl sie das doch eigentlich gar nicht wollte, wie sie immer wieder betont.

„Ich bin niemand, der sofort zur Zeitung rennt. Das liegt einem ja fern. Ich würde ja lieber was erzählen, was gut ist. Das hab ich sogar noch gesagt, als ich im Service-Center der Sparkasse angerufen habe.“

„Das ist sicherlich ein Problem, das jeder Geschäftsinhaber kennt“
Stefan Knoche, Sparkassen-Pressesprecher

Mülleimer wurde abmontiert – Sparkasse ist nur noch Mieter

Es habe ja mal einen Mülleimer gegeben, erklärt Sparkassen-Pressesprecher Stefan Knoche auf Anfrage. Doch darin seien viele Dinge gelandet, die dort nichts zu suchen gehabt hätten – vom Hundekot-Beutel bis zur größeren Menge Hausmüll. „Das ist sicherlich ein Problem, das jeder Geschäftsinhaber kennt“, vermutet Knoche.

Andererseits, so der Pressesprecher weiter, gehöre das Gebäude ja nicht mehr der Sparkasse: „Und als Mieter müssen wir uns an die Begebenheiten des Eigentümers anpassen.“

Miteigentümer Jan Haßelberg räumt ein: Ja, es gebe Müll-Probleme. Aber er unterstreicht auch: „Es wird wöchentlich gereinigt. Und wir sammeln auch immer wieder den Müll auf.“ Zuletzt sei auch eine Firma damit beauftragt worden, die Außenflächen vom Unrat zu befreien. Haßelmann schüttelt den Kopf: Sogar halbvolle Packungen mit einst warmem Essen habe man gefunden.

Sparkasse: Wenn wir geschaut haben, war es gut

„Wenn unsererseits geschaut worden ist“, so Sparkassen-Sprecher Knoche, seien zumindet keine größeren Müll-Mengen gefunden worden. Ansonsten sei das leider „ein Problem, dass die gesamte Gesellschaft hat. Wo viele Menschen sich im öffentlichen Raum bewegen, lässt der eine oder andere in der Anonymität etwas Müll zurück.“

Ähnlich äußert sich

Nichtsdestotrotz: Wenn sich am Zustand etwas ändern würde, wäre das natürlich schön, lässt Knoche durchklingen.

„Wir sind ja froh, dass es das Terminal überhaupt noch gibt“

Angelika Fischer hofft weiter darauf, dass ein Mülleimer kommt und dass die Kunden ihn auch nutzen. Gerade hier in dieser „schönen alten“ Kreinberg-Siedlung: „Schwerte nennt sich ja Stadt mit Herz – und sie sollte auch eine sein: freundliches Miteinander-Umgehen, gegenseitige Rücksichtnahme und den Müll nicht anderen Leuten vor die Nase schmeißen.“

Und – auch das ist ihr wichtig: „Wir sind ja froh, dass es das Terminal überhaupt noch gibt.“

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