Mutmaßlicher Täter ertränkte schon 1990 bei Sex-Überfall eine Rentnerin in Aachen

mlzMord in Ergste

Der 50-Jährige, der in U-Haft sitzt, hat wegen brutaler Taten mehr als sein halbes Leben hinter Gittern verbracht. Seinen Opfern begegnete er zufällig beim Spaziergang oder im Treppenhaus.

Ergste

, 17.01.2019, 18:04 Uhr / Lesedauer: 2 min

Hat die 72-jährige Ergsterin ihren Mörder selbst ins Haus gelassen? Einbruchsspuren sind an ihrem Gebäude an der Gillstraße jedenfalls nicht entdeckt worden, wie der Sprecher der zuständigen Staatsanwaltschaft Hagen, Michael Burggräf, bestätigt. Nach den bisherigen Ermittlungen gebe es auch keinen Anhaltspunkt dafür, dass Opfer und Täter „sich näher gekannt oder in einer Beziehung zueinander gestanden“ hätten. Wie man dem Verbrecher dann auf die Spur gekommen sei, dazu möchte Burggräf aus ermittlungstaktischen Gründen derzeit keine Angaben machen.

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Taten von großer Brutalität gezeichnet

Der mutmaßliche Täter, ein 50-jähriger Ex-Strafgefangener, war den Behörden zuvor schon durch Taten bekannt, die von großer Brutalität gekennzeichnet waren. Mehr als die Hälfte seines Lebens hat er hinter Gittern verbracht, wie die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Aachen, Katja Schlenkermann-Pitts, ihren Akten entnimmt. Zufällig hatte er am 11. Juni 1990 in Aachen eine damals 59-jährige Rentnerin bei einem Spaziergang an dem Fluss Wurm getroffen. Er wollte Sex. Als die Frau sich heftig wehrte, versetzte er ihr Fußtritte gegen den Kopf, sodass sie ins Flussbett fiel: „Dann hat er sie gewürgt und so lange unter Wasser gehalten, bis sie tot war.“ Nur gut einen Monat später, am 16. Juli 1990, zwang der Mann eine 52-jährige Verkäuferin, auf die er im Hausflur getroffen war, zu sexuellen Handlungen. Ihrem Widerstand begegnete er mit der Drohung, sie umzubringen. Anschließend raubte er auch noch die Handtasche der Frau.

1991 zu lebenslanger Haft verurteilt

Wegen dieser Taten wurde der Mann 1991 vom Landgericht Aachen zu lebenslanger Haft verurteilt. Am 12. Juli 2004 wurde er in die Justizvollzugsanstalt in Ergste verlegt, um seine Strafe weiter zu verbüßen. In diese Zeit muss auch die erste Überprüfung gefallen sein, die bei lebenslänglich Inhaftierten immer nach 15 Jahren geschehe, so der Hagener Landgerichtssprecher Dr. Bernhard Kuchler. Folge-Überprüfungen, die auch von dem Gefangenen selbst beantragt werden könnten, fänden danach alle zwei Jahre statt. „Ich habe keine Anhaltspunkte, dass es in diesem Fall anders war“, sagt Dr. Kuchler. 2015 habe es ein Prognose-Gutachten gegeben, genau wie erneut 2018 wieder. Seinerzeit habe es dann sogenannte vollzugslockernde Maßnahmen wie beispielsweise Freigänge gegeben.

Bislang noch kein Geständnis

Bis zum 28. September 2018 saß der Mann in der JVA Ergste ein. Zuletzt wohnte er in Schwerte und sei auch berufstätig gewesen, berichtet Michael Burggräf. In welcher Branche das war, mag er aber noch nicht verraten. Nach RN- Informationen war das im Garten- und Landschaftbau. Bereits in der JVA soll er ähnliche Tätigkeiten im Außeneinsatz verrichtet haben.

Derzeit sitzt der Verdächtige weiter in Untersuchungshaft in der Justizvollzugsanstalt Hagen, nachdem gegen ihn Haftbefehl wegen Mordverdachts erlassen worden war. Er muss weiter befragt werden. „Eine geständige Einlassung liegt nicht vor“, sagt Burggräf.

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