An einem Kreisverkehr verlor der 29-Jährige die Kontrolle über das Fahrzeug und krachte in die Ausstellungsfahrzeuge eines Autohauses. (Symbolbild) © Bernd Paulitschke
Gericht

Nach Alkohol- und Graskonsum: Schwerter rast in Autohaus-Ausstellung

Nach dem Konsum eines Joints und Wodkas entscheidet ein 29-jähriger Schwerter, sich noch ans Steuer zu setzen. Mit schweren Folgen, die nicht nur ein Autohaus betreffen.

Es ist der 20. Februar, den sich eine Clique aussucht, um gemeinsam in Schwerte an der Siedlerstraße zu chillen. Ein Joint wird geraucht, reichlich Wodka fließt. Obwohl alle vorher beschlossen hatten, nicht mehr Auto zu fahren, sondern bei einem fußläufig zu erreichenden Freund zu übernachten, will einer der Gruppe gegen 22 Uhr plötzlich losfahren.

Die beste Freundin des 29-Jährigen versucht, ihm die Autoschlüssel wegzunehmen. „Ich bin mit dem Schlüssel weggelaufen“, erzählt sie. Dann sei sie jedoch gestürzt und ihr Kumpel habe den Schlüssel an sich genommen und sei losgefahren.

Kontrollverlust an einem Kreisverkehr

An einem Kreisverkehr verliert der Fahrer die Kontrolle über seinen Wagen, donnert über die Mittelinsel und kracht mit voller Wucht in die Ausstellungsfahrzeuge eines Autohauses. Dabei wird nicht nur sein eigener – besser gesagt der Wagen seiner Mutter – stark beschädigt. Der Mann reißt einen Zaun mit und beschädigt mehrere, zum Verkauf stehende Wagen. Insgesamt richtete er einen Schaden von knapp 14.630 Euro an.

Obwohl er vom Unfallort flieht, bleibt das Ganze nicht unbemerkt. Ereignet hat sich der Unfall gegen 22.15 Uhr. Um 23.25 Uhr stellt die Polizei einen Promillewert von 1,83 und Cannabis im Körper des 29-Jährigen fest. Dem Schwerter tut sein Verhalten äußerst leid.

Am nächsten Tag,– wieder nüchtern – entschuldigt er sich sowohl bei seiner besten Freundin, als auch bei den Polizeibeamten. Im Amtsgericht Schwerte wird dem 29-Jährigen vorgeworfen, er habe seine beste Freundin geschlagen, sie an den Haaren hochgezogen, ihren Kopf auf den Bordstein gestoßen und sie getreten, als sie am Boden gelegen habe. Das streitet der Angeklagte ab.

„Es war eben eine Rangelei unter Freunden“

Seine beste Freundin (23) äußert sich dazu im Zeugenstand: „Da ist nicht so viel passiert. Es war eben eine Rangelei unter Freunden.“ Sie sei irgendwie gefallen. Aber der Angeklagte habe sie weder geschlagen, noch getreten und auf gar keinen Fall habe er sie an den Haaren gezogen und ihren Kopf auf den Bordstein geschlagen.

Sie selbst hatte gar keine Strafanzeige gestellt. Sie sei nicht an einer Strafverfolgung interessiert, erklärt die 23-Jährige. Daraufhin stellte das Gericht diesen Vorwurf ein. Die Sache mit dem Unfall gibt der Mann sofort zu: „Alkohol und Cannabis verträgt sich nicht so gut. Was mir da in den Kopf gekommen ist, warum ich gefahren bin, weiß ich nicht. Mir ist so was noch nie passiert. Die Sache hat mir Angst gemacht.“

Er habe auf jeden Fall daraus gelernt. Seit dem Vorfall trinke er keinen Alkohol mehr und lasse von Cannabis die Finger. Das Gericht verurteilt den Schwerter am Ende wegen fahrlässiger Straßenverkehrsgefährdung, Unfallflucht und Trunkenheitsfahrt zu 1875 Euro Geldstrafe und verhängt eine Sperre zur Wiedererlangung der Fahrerlaubnis von zehn Monaten.

„Sie haben einen sehr großen Schaden angerichtet“, fasst die Richterin zusammen. Für den Schwerter ist es die erste Straftat in seinem Leben. Auch im Verkehrszentralregister hat der Mann bislang keine Eintragung.

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