Das Wehr in Westhofen: Das Hochwasser hat auch die Wasserwerke getroffen. Doch einen Ausfall der Wasserversorgung wird es nicht geben. © Privat
Hochwasser

Nach dem Hochwasser: Wie steht es um die Trinkwasserversorgung in Schwerte?

Die Zustände am Mittwoch und Donnerstag (14./15.7.) hielten die Stadt Schwerte in Atem. Dabei ging ein essentieller Aspekt völlig unter: Wie steht es eigentlich um die Trinkwasserversorgung?

Katastrophale Zustände hatten Schwerte die vergangenen Tage im Griff. Am Mittwochabend (14.7.) stieg der Pegel der Ruhr durch die starken Regenfälle rasant an. Der Fluss trat über die Ufer und flutete die Ruhrauen.

Davon betroffen war auch das Wasserwerk in Westhofen, das direkt am Ufer der Ruhr liegt. Nachdem nun das Schlimmste überstanden scheint, drängt sich die Frage auf: Ist die Wasserqualität gesichert?

Tanja Vock, Sprecherin der Wasserwerke Westfalen, kann dazu eine schnelle Entwarnung geben: „Mit der Trinkwasserqualität ist alles in Ordnung“, bestätigt sie am Freitag (16.7.). Denn dass es an der Ruhr auch mal zu einem erhöhten Wasserstand kommen kann, das sei keine Seltenheit – wenn auch nicht in dem Maße, in dem es nun geschehen sei. Dennoch sei man auf etwaige Situationen mit Hochwassern an der Ruhr vorbereitet.

Versorgungsnetz ist geschlossenes System

„Unser Versorgungsnetz ist ein geschlossenes System, auf das die Ereignisse der letzten Tage keinen Einfluss haben“, erklärt Tanja Vock. Netzschäden seien nicht festgestellt worden, sodass das Trinkwasser ohne Probleme bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern ankommt. Einzige Abweichung, die aber kein Risiko darstellt: „In vereinzelten Fällen kann es zu einer Trübung des Wassers kommen. Das ist aber unbedenklich, das Wasser kann dennoch verwendet werden.“

Für die Wasseraufbereitung setzen die Wasserwerke zudem noch eine zusätzliche Funktion im Aufbereitungssystem ein, die so genannte Notdesinfektion. „Diese wird als zweite Desinfektionsstufe, zusätzlich zur UV-Desinfektion, eingesetzt, um auf Nummer sicher zu gehen.“

Indes seien die Überschwemmungen am Werk in Westhofen nicht allzu schlimm gewesen. „Die Pegelstände sind hier auch schon gesunken, wir sind gut davongekommen“, sagt Tanja Vock. Die neugebaute Anlage zur weitgehenden Wasseraufbereitung wurde erst Ende Mai fertiggestellt und daraufhin in Betrieb genommen.

Werk in Villigst erst einmal außer Betrieb

Das Werk Hengsen, das Schwerte auch in Teilen mit Trinkwasser versorgt, ist nebst dem in Westhofen gesichert und kann den Betrieb aufrecht erhalten. „Das Werk in Villigst haben wir zur Vorsicht erst einmal außer Betrieb gesetzt“, sagt Tanja Vock. „Die anderen Werke übernehmen die Wasserversorgung für dieses Werk mit.“ An jedem Werk habe es kleinere Schäden gegeben, aber man sei noch mit einem blauen Auge davongekommen.

Stark betroffen war das Wehr am Werk Echthausen, bei dem kontrolliert Wasser abgelassen werden musste, um Schäden am Wehr zu verhindern. Auch das Werk in Witten hatte mit Problemen zu kämpfen, weil der Pegelstand dort am höchsten war. Diese Werke versorgen aber nicht Schwerte mit Trinkwasser.

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Obwohl nicht in Dortmund geboren, bin ich doch eng mit dieser Perle des Ruhrpotts verbunden. Eine Stadt durch die Augen eines Journalisten kennenzulernen, das fasziniert mich. Seit Oktober 2017 arbeite ich für die Ruhrnachrichten und bin seit April 2020 Volontärin.
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Denise Felsch

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