Nach Fridays-for-Future: Schüler des Ruhrtal-Gymnasiums veranstalten großen Klimatag

Ruhrtal Gymnasium

Wenn Schule schwänzen für das Klima nicht erlaubt ist, müssen sich Schüler anders helfen. Am Ruhrtal Gymnasium hat dieser Plan geklappt - mit einem ganzen Tag im Zeichen des Umweltschutzes.

Schwerte

, 11.07.2019, 15:06 Uhr / Lesedauer: 2 min
Nach Fridays-for-Future: Schüler des Ruhrtal-Gymnasiums veranstalten großen Klimatag

Die Teilnahme an den Fridays-for-Future-Demos konnte das RTG nicht erlauben. Also veranstalten sie einen ganzen Klimatag. © Foto: Manuela Schwerte

Donnerstagmorgen, 14 Grad, leichter Regen: Eine ganze Schulgemeinschaft macht sich auf den Weg zum Ruhrtal-Gymnasium (RTG) ins Schwerter Zentrum. Zu Fuß. Aus allen Stadtteilen haben sich kleine Gruppen aufgemacht, um gemeinsam beim Schulweg auf CO2 zu verzichten. 90 Minuten ist jeder Schüler und jeder Lehrer schon vor 10 Uhr gelaufen - egal, ob aus Ergste, Hennen, Westhofen oder aus Schwerte-Mitte an der Ruhr entlang.

Aber - wozu der ganze Aufwand? Bei dem Wetter?

Genau darum geht es. Die Schüler wollen ein Zeichen setzen, etwas gegen den Klimawandel tun. Einen ganzen Tag im Zeichen des Klimas hat die Schülervertretung des Ruhrtal-Gymnasiums auf die Beine gestellt. Auf den umweltbewussten Schulweg folgen verschieden Workshops und Vorträge, die allen Schülern aus allen Jahrgangsstufen zeigen sollen, wie einfach ein klimabewusstes Leben sein kann.

Workshops für jede Jahrgangsstufe

Da gibt es zum Beispiel den Kurzvortrag „Was tut Schwerte für den Klimawandel?“ oder eine Diskussion mit dem dramatischen Titel „5 nach 12 - Ursachen des Klimawandels und seine Konsequenzen“. In einem späteren Workshop-Block konnten Schüler der Einführungsstufe alte Einmachgläser zu Teelichtern umfunktionieren oder lernen, wie man im Alltag auf Müll verzichtet.

„Ideen sind der erste Schritt, um etwas zu bewegen“, sagt zum Beispiel die 16-jährige Nele. Sie war als eine von sieben Fridays-for-Future-Vertretern aus Deutschland bei der Konferenz zu Klimazielen in Finnland. In einem Workshop berichtet sie ihren Mitschülern von ihren Erfahrungen bei der Diskussion über die 17 Nachhaltigkeitsziele der UN.

In jedem Schuljahr organisiert die Schülervertretung ein Großprojekt - ein Schulfest beispielsweise, eine Schnitzeljagd durch Schwerte hat es auch schon gegeben. Doch in diesem Jahr wollte man etwas anderes machen.

Etwas, das die momentane Stimmung einfängt, die Unzufriedenheit vieler Jugendlichen mit dem Verhalten von Politik und Erwachsenen. So kam es also zum Klimatag.

Thematik in die Schule geholt

„Die Fridays-for-Future-Thematik wird ja aufgegriffen. Nur können wir als Schule unseren Schülern nicht erlauben, dem Unterricht fernzubleiben“, erklärt SV-Lehrerin Charlie Nierstenhöfer. „Deswegen ist der Klimatag eine gute Alternative. Wenn nicht sogar die bessere: Hier können wir richtige Impulse für den Alltag geben.“

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Die ganze Schule soll mitziehen, sich gemeinsam für eine gute Zukunft engagieren. „Es ist ein handlungsorientierter Tag, nicht einfach nur eine Bespaßung für Schüler oder ein unterrichtsfreier Tag. Im Gegenteil. Wir hoffen, dass das den Kindern viel mehr bringt als eine Demonstration“, sagt Nierstenhöfer.

Am RTG kann man sich mehrere Aktionen dieser Art für die Zukunft vorstellen. Und wer weiß - vielleicht geht ja bald ganz Schwerte gemeinsam zu Fuß.

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