Nach Gläubigerversammlung für Hoesch Schwerter Profile: IG Metall ist optimistisch

mlzHoesch Schwerter Profile

Am 19. Dezember hatte Hoesch Schwerter Profile beim Amtsgericht Hagen einen Insolvenzantrag gestellt. Nach der Gläubigerversammlung am Donnerstag zeigte sich die Gewerkschaft optimistisch.

Schwerte

, 02.01.2020, 17:52 Uhr / Lesedauer: 2 min

In den Fabrikhallen von Hoesch Schwerter Profile herrscht noch die Ruhe des üblichen Werksstillstands über Weihnachten und Neujahr. Das stadtteilgroße Gelände, das sich von der Beckestraße bis an den Rand von Wandhofen hinüberzieht, scheint auf den ersten Blick so gut wie menschenleer. Doch in der Führungsetage des Unternehmens wird mit Hochdruck daran gearbeitet, das Werk nach dem Insolvenzantrag vom 19. Dezember wieder auf einen sicheren Kurs zu bringen. Als nächster Verfahrensschritt fand direkt am ersten Arbeitstag des neuen Jahres, am Donnerstag, eine erste Versammlung des Gläubigerausschusses statt.

Sparkasse und Warenkreditversicherer waren mit dabei

„Wir haben eine ordentliche Tagesordnung gehabt“, sagte anschließend Jens Mütze, Geschäftsführer der Industriegewerkschaft (IG) Metall in Hagen, der als Arbeitnehmervertreter an der Runde teilnahm. Inhaltlich wollte er sich nicht mehr zu der Versammlung äußern. Aber er konnte aufzählen, wer als weitere Beteiligte mit dabei gewesen seien: der vom Hagener Amtsgericht bestellte vorläufige Insolvenzverwalter Achim Thomas Thiele (Dortmund) sowie ein Vertreter der Stadtsparkasse Schwerte und der Warenkreditversicherer. Letztere sichern den Angaben von Jens Mütze zufolge beispielsweise die Forderungen von Firmen ab, die Vormaterial für den Produktionsprozess liefern. Dieses Vorgehen sei in der Wirtschaft üblich, erklärt der Gewerkschaftsführer.

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„Aus heutiger Sicht kann die Produktion am 7. Januar wieder angefahren werden“, wiederholte Mütze anschließend noch einmal die wohl wichtigste Botschaft für die 394 Mitarbeiter und 18 Auszubildenden von Hoesch Schwerter Profile. Die Reparaturen an den Produktionsanlagen, für die der Werksstillstand genutzt wird, seien „alle durchgezogen“. Und auch das Insolvenzgeld vom Arbeitsamt, das für drei Monate die Löhne und Gehältern sichern soll, werde fließen. Die Bearbeitung und Auszahlung durch die Behörde sei offenbar durch die Feiertage ein wenig zögerlich verlaufen.

Mitarbeiterversammlung ist weiter für den 13. Januar geplant

Einen Tag nach der geplanten Wiederaufnahme der Arbeit ist dann laut Jens Mütze für Mittwoch, 8. Januar, schon die nächste Gläubigerversammlung anberaumt. Für die Mitarbeiter soll es bei der Informationsveranstaltung am Montag, 13. Januar, in der Rohrmeisterei an der Ruhrstraße bleiben. Dann sollen sie erfahren, wie es weitergeht mit dem Traditionsunternehmen, das immer noch zu den größten Arbeitgebern der Stadt zählt - auch wenn längst nicht mehr täglich 1600 Arbeiter durch die Tore ein- und ausgehen wie noch zu Anfang der 1970er-Jahre.

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