In einigen Vasen auf dem Evangelischen Friedhof sind nur die Stiele von den Rosen übrig geblieben. © Holger Bergmann
Grabschändungen

Nach Grab-Schändungen: „Alte Bekannte“ stehlen Rosen von Schwerter Friedhof

Nach den umgestürzten Grabmalen auf dem Evangelischen Friedhof in Schwerte melden Friedhofsbesucher nun Übergriffe auf Blumenschmuck. Der Friedhofsgärtner hat eine bestimmte Tätergruppe im Blick.

„Die haben die Knospen ganz sauber abgeschnitten und dann ein paar Rosenblätter auf dem Grab verteilt“, so beschreibt Andreas Bothe den Zustand des Grabes, das sein Onkel pflegt.

Auch Nachbargräber im hinteren Teil des Friedhofs waren betroffen, berichtet Andreas Bothe. Sein Onkel habe die zerstörten Rosen ersetzt und am Tag später seien die Blüten wieder verschwunden gewesen. Nur die Blüten. Die kahlen Stiele hatte der Täter/hatten die Täter in der Vase stehen lassen

Das alles geschah wenige Tage, bevor Unbekannte zwei historische Grabsteine auf dem Evangelischen Friedhof an der Hörder Straße umstießen. Deshalb denkt Andreas Bothe auch bei dem Übergriff auf die Blumensträuße an Vandalismus.

„Das sind alte Bekannte“

Doch Friedhofsgärtner Frank Schröer, der die Vandalismus-Schäden in der vergangenen Woche angezeigt hatte, vermutet hinter dem Blütenraub andere Täter: „Das sind ein paar alte Bekannte“, so Schröer.

Und zwar suchen Rehe den Friedhof regelmäßig heim. „Und die fressen ganz gezielt Rosen. Wer Rosen auf das Grab stellt, füttert Rehe.“ Andere Blumen lassen die Rehe demnach stehen.

Das Problem ist altbekannt und Frank Schröer plant bereits den Bau eines neuen Zauns. Aber echte Hoffnung darauf, die Rehe vom Friedhof fern zu halten, hat er nicht. Da die Rehe aber konsequent nur Rosen fressen, reicht wohl ein Umstieg auf andere Blüten, um in Ruhe gelassen zu werden.

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Freier Mitarbeiter
Holger Bergmann ist seit 1994 als freier Mitarbeiter für die Ruhr Nachrichten im Dortmunder Westen unterweg und wird immer wieder aufs neue davon überrascht, wieviele spannende Geschichten direkt in der Nachbarschaft schlummern.
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Holger Bergmann

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