Gleich 40 neue Wohnungen für die Schwerter Innenstadt: Das sind die Pläne

mlzNordwall-Karree

Wohnungen in der Schwerter Innenstadt sind knapp und begehrt. Das Nordwall-Karree könnte gleich 40 neue Wohnungen schaffen. Doch die ersten Pläne scheiterten. Jetzt gibt es neue.

Schwerte

, 09.11.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eingerahmt vom Ruhrtal-Gymnasium, Wohnbebauung und dem Nordwall wartet ein Grundstück in bester innerstädtischer Lage darauf, entwickelt zu werden. Einen Versuch unternahm das Schwerter Projektteam, Michael Schroer und Wolfgang Behr, bereits im April und legten dem Planungsausschuss einen Entwurf vor.

Doch schnell kam Kritik auf und die beiden Planer zogen den Entwurf zurück. Kritik entbrannte damals vor allem wegen ökologischer Fragen. Die Sorgen: Zu viele Grünflächen werden versiegelt, die Frischluftzufuhr für die Innenstadt wird beeinträchtigt.

Nordwall-Karree soll nicht viel mehr Grünfläche verbrauchen

Nun hat das Projektteam die Pläne überarbeitet und bei der Stadt eingereicht. Der Ausschuss wird am 19. November entscheiden.

Die Änderungen betreffen vor allem die kritisierten ökologischen Aspekte. Dabei ist dem Team ein mathematisches Kunststück gelungen. Obwohl auf dem 5400 Quadratmeter großen Grundstück 3600 Quadratmeter Wohnfläche entstehen, werden nur 800 Quadratmeter Grünfläche mehr verbraucht als im jetzigen Zustand.

Jetzt lesen

Dächer der neuen Wohnhäuser werden begrünt

Und das geht so: Die jetzige Bebauung des Grundstücks, ein Wohnhaus an der Ostenstraße und das Haus der im September verstorbenen Besitzerin an der Wolfsgasse werden abgerissen. Diese Flächen werden frei.

Und die Dächer der vier geplanten Wohnhäuser werden bepflanzt und gelten aufgrund ihrer abflussverzögernden Funktion im Falle eines Starkregens auch als Grünfläche.

Gleich 40 neue Wohnungen für die Schwerter Innenstadt: Das sind die Pläne

Das graue Haus wird verschwinden, die Bewohner wurden informiert und ihnen wurden neue Wohnungen angeboten. © Foto Holger Bergmann

Der zweite Grund, warum die beiden Grundstücks-Entwickler zuversichtlich sind, dass ihre neue Gestaltung erfolgreich durch den Ausschuss kommt, ist die Luftschneise, die sie eingeplant haben.

Entlang der Grundstücksgrenze zum Nordwall wird es keine Bebauung geben, es entsteht ein freier Grün-Streifen.

Führungen zur Stadtmauer

Damit schlagen Michael Schroer und Wolfgang Behr zwei Fliegen mit einer Klappe. Denn an dieser Stelle verlaufen die denkmalgeschützte Stadtmauer und der alte Stadtgraben, ein geschütztes Bodendenkmal, die der Gestaltung nun nicht mehr in die Quere kommen.

Beide Elemente bleiben nicht nur unberührt, sondern sollen für Stadtführungen hergerichtet werden. Sogar die jetzt dort stehenden Obstbäume werden erhalten.

40 neue Wohnungen in vier Häusern

Das sind die Ideen, mit denen das Projekt mehrheitsfähig werden soll. Im Mittelpunkt steht aber eigentlich der Bau von vier Wohnhäusern. Dort entstehen 40 Wohnungen in Größen von 54 bis 130 Quadratmetern. 14 der Wohnungen sollen öffentlich geförderte Wohnungen werden.

Gleich 40 neue Wohnungen für die Schwerter Innenstadt: Das sind die Pläne

Rechts in der Visualisierung sieht man die Einfahrt zum Nordwall-Karree, links davon beginnt der Grünstreifen, der als Frischluftschneise dienen soll. © Visualisierung Nordwall-Karree

Die vier Gebäude teilen sich ein gemeinsames Tiefgeschoss, in dem eine Tiefgarage mit Ladestationen für E-Autos, Keller und Fahrradabstellflächen entstehen soll. Die Zufahrt zur Tiefgarage wird über die Ostenstraße geregelt.

Ältere Menschen sollen in Schwerte bleiben können

Vor allem auf die Fahrrad-Abstellmöglichkeiten, ebenfalls mit Akku-Lademöglichkeit legen Michael Schroer und Wolfgang Behr viel Wert. Denn die Zielgruppe für ihr Nordwall-Karree sind Menschen der Altersgruppe 60+.

Durch eine Anfrage beim Schwerter Wohnungsamt erfuhr das Projektteam von einem Trend, dem sie nun entgegenwirken wollen. Demnach ziehen viele ältere Menschen aus Schwerte weg.

Baubeginn liegt noch in weiter Ferne

Wenn ihnen ihre Eigenheime im Alter zu groß werden, finden sie in Schwerte kaum geeignete kleine Wohnungen. Für diese Zielgruppe soll das Nordwall-Karree eine Alternative werden.

Das ist aber natürlich noch alles Zukunftsmusik. Die Unterschrift unter dem Kaufvertrag wird zwar bereits in wenigen Tagen erwartet.

Doch selbst wenn der Planungsausschuss grünes Licht gibt, wird es die Baugenehmigung frühestens in einem Jahr geben. Und die Bauzeit wird noch einmal zwei Jahre betragen.

Archäologische Ausgrabungen

Darin eingerechnet sind vier Monate für archäologische Ausgrabungen, denn direkt an der historischen Stadtmauer dürfte es für Archäologen viel zu entdecken geben.

Wenn das Nordwall-Karree dann endlich steht, werden Michael Schroer und Wolfgang Behr insgesamt 14 Millionen Euro investiert haben.

Lesen Sie jetzt