Was macht eigentlich ein Bezirksbeamter der Polizei, Herr Peukert?

mlzPolizei in Schwerte

Ralf Peukert ist neuer Bezirksbeamter der Polizei in Holzen und Schwerte-Nord. Am Freitag wurde er vorgestellt. Doch was macht eigentlich so ein Bezirksbeamter?

Schwerte, Holzen

, 26.06.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bezirksbeamte sind wichtig, betont der Landrat Michael Makiolla. Sie seien das Gesicht der Polizei, zumindest in der Fläche. Und Bürgermeister Dimitrios Axourgos lobte diese Position als ein Verbindungsglied zur Stadt. Grund für diese Aussagen war die Vorstellung des neuen Bezirksbeamten der Polizei für Schwerte-Nord und Holzen, Hauptkommissar Ralf Peukert (51),.Doch was macht eigentlich so ein Bezirksbeamter?

Der gute Schutzmann von früher

Diese Frage beantwortete der Neue bei der Pressekonferenz in der Schwerter Polizeiwache: Er hält Kontakt zu den Schulen, lässt sich in seinem Bezirk sehen. „Manchmal auch einfach nur in dem man rumgeht“, sagt er. Im Prinzip der gute alte Schutzmann von früher, den man ansprechen kann.

Doch das ist natürlich nur ein Teil der Aufgaben. Denn die Bezirksbeamten sind auch für polizeiliche Besuche zuständig, über die sich die Besuchten weniger freuen. So müssen sie Menschen auffinden, die gesucht werden. Zum Beispiel weil ein Haftbefehl gegen sie vorliegt, oder prüfen, ob sie der Fahrer auf dem Foto einer Blitzerkamera sind.

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Außerdem besucht er Opfer von Einbrüchen einige Tage oder Wochen nach der Tat, klärt sie auf, was ermittelt wurde. Und er ist Ansprechpartner für Vereine, erklärt den Schützen zum Beispiel, was beim Schützenumzug zu beachten ist. Lernen kann man diesen Job nicht. „Es gibt keinen Lehrgang für oder eine Weiterbildung zum Bezirksbeamten“, sagt er. Die Anforderungen sind weit gestreut, von der Verkehrssicherheit bis zum Opferschutz muss sich der Bezirksbeamte auskennen.

Vom Grenzschutz über Dortmund nach Schwerte

Was hat also der Mann vorher gemacht, der jetzt das Gesicht der Polizei in Holzen und Schwerte Nord wird? Seit 1996 ist er bei der Polizei in Nordrhein-Westfalen. Sieben Jahre war er beim Bundesgrenzschutz, danach im Polizeipräsidiumn Dortmund bei der Einsatzhundertschaft, also jenen Polizisten, die bei Demos Fußballspielen oder Großeinsätzen ran müssen. Und dann war Peukert natürlich auch im Wach- und Wechseldienst tätig, also im klassischen Polizeigeschäft. Dort war er auch in der Schwerter Wache bislang tätig. Deshalb kennt er den Bezirk, der zuvor jahrelang von Dieter Mecklenburg betreut wurde. Mit dem wollte Peukert eigentlich auch schon längst eine Übergabe gemacht haben, doch die Corona-Zeit verhinderte das.

Fünf Bezirksbeamte in Schwerte

Zumindest an der Lenningskampschule habe er sich schon vorgestellt. Die Fleitmann-Gesamtschule, die auch zu seinem Bezirk gehört hat er noch vor sich. Fünf Bezirksbeamte gibt es bei der Schwerter Polizei. „NRW weit sind es auf rund 10.000 Einwohner jeweils einer“, erklärt Landrat Michael Makiolla. 31 im gesamten Kreis. Polizei ist Ländersache, nur in Rheinland-Pfalz und in NRW gibt es Bezirksbeamte. Aber in fast allen Bundesländern Polizisten in ähnlicher Funktion, wie die Kontaktbereichsbeamten in Berlin und Thüringen.

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Für Landrat Michael Makiolla sind sie ein unverzichtbarer Baustein der Polizei. Auch wenn sie nur tagsüber im Einsatz sind. Aber es gebe auch Gegenstimmen, die alle Beamten lieber im Wach- und Wechseldienst sehen würden.

An Ralf Peukert wird diese Aufgabe in Zukunft auch nicht ganz vorbei gehen. „Wenn es mal eng wird, setzen wir auch die Bezirksbeamten manchmal bei akuten Einsätzen ein“, erklärt Schwertes Wachleiter Andreas Vallieri. Das verschaffe der Schwerter Polizei manchmal einen Geschwindigkeitsvorteil.

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