Neuer Sportplatz in Wandhofen: Politiker sprachen nicht-öffentlich

mlzSchützenhof-Pläne

Die Pläne für den Sportplatz-Neubau in Wandhofen und eine neue Nutzung des Schützenhof-Geländes sind umstritten. Jetzt sprachen Schwertes Politiker nicht-öffentlich darüber. Aus gutem Grund.

Schwerte

, 15.06.2020, 19:01 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wie soll es weitergehen mit den Plänen für den Schützenhof und für den Sportplatz in Wandhofen? Sollen bald auf der bisherigen Anlage des VfL Schwerte und der alten FAB-Brache viele neue Wohnungen entstehen plus eine Kita und ein XXL-Lidl? Sollen auf dem Sportplatz Wandhofen Einfamilienhäuser gebaut werden und soll dafür an der Bahnlinie im Wandhofener Bruch eine neue Sportanlage entstehen für VfL und TuS Wandhofen?

Das ist gut möglich, aber eben noch nicht mehrheitlich entschieden von den Schwerter Politikern. Zuletzt hatte man sich darauf geeinigt, sich die Kosten genauer auflisten zu lassen. Um dann besser entscheiden zu können. Gerade weil man sich aufgrund der knappen Kasse den Haushalt von der Bezirksregierung genehmigen lassen muss. Und auch mit Blick auf andere Ausgaben, die unvermeidlich seien für die Stadt Schwerte.

In der aktuellen Sitzung des Stadtrats stand das Thema dann wieder an, allerdings im nicht-öffentlichen Teil, als Tagesordnungspunkt Nummer 30, einzig mit der Bezeichnung „Städtebauliches Projekt“.

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Grüne: „Projekt birgt große finanzielle Risiken“

Die Grünen, die sich schon bei der Vorstellung der Pläne Ende 2018 gegen das Großprojekt positioniert hatten, ergriffen denn auch das Wort: Ob man diesen Punkt bitte in den öffentlichen Teil schieben könnte und möglichst früh behandeln, so der Antrag, den Ratsherr Bruno Heinz-Fischer formulierte.

Wobei er das natürlich vorsichtig tun musste: Was nicht-öffentlich behandelt werden soll, darf ja nicht öffentlich und deutlich angesprochen werden. Ein schon zwei Mal öffentlich behandeltes Thema sei das, deutete Heinz-Fischer an, „irgendwo zwischen Westhofen und – wie sag ich das jetzt? – dem Ural.“

Nur eine inhaltliche Begründung lieferte Heinz-Fischer: „Dieses Projekt birgt große finanzielle Risiken, und wir sehen die Gefahr, dass sich dieses Projekt zu einem zweiten FAB-Projekt entwickelt.“

EIn Lidl mit Kita und viele Wohnungen – so sahen die ersten Pläne für den Schützenhof Ende 2018 aus.

EIn Lidl mit Kita und viele Wohnungen – so sahen die ersten Pläne für den Schützenhof Ende 2018 aus. © Bernd Paulitschke (Archiv)

Teilnehmer berichten, es sei um „sensible Daten“ gegangen

Auch wenn also weder „Wandhofen“ noch „Schützenhof“, geschweige denn „Sportplatz“ fielen – spätestens als Bürgermeister Dimitrios Axourgos sich später dazu äußerte, war klar, um was es gehen sollte. Irritiert sei er von diesem Antrag der Grünen. Man habe doch um Vorfeld abgesprochen, dass man das Thema unter Ausschluss der Öffentlichkeit behandeln wolle. Und auch aus welchen Gründen.

Um „sensible Daten“ sei es gegangen, ließen einige Teilnehmer der Sitzung später durchblicken. In den Ausführungen aus dem Rathaus hätten auch Zahlen gestanden, die so nicht für die Öffentlichkeit bestimmt seien, hieß es weiter.

So sah der Plan für die neue Sportanlage bei der ersten Vorstellung Ende 2018 aus.

So sah der Plan für die neue Sportanlage bei der ersten Vorstellung Ende 2018 aus. © Bernd Paulitschke (Archiv)

Es gibt einige Gründe für nicht-öffentliche Diskussionen

Ganz generell gilt: Wenn alles öffentlich ist, kann das ein Projekt gefährden. Was will ein Investor oder Interessent ausgeben? Was soll die Stadt ansetzen, etwa bei einem Grundstücksverkauf? Wie wahrscheinlich ist es, dass ein Interessent tatsächlich kommt? Wie seriös ist welcher Akteur? Gibt es Zweifel oder Bedingungen? Gibt es Forderungen oder Absprachen, die für den Interessenten von wirtschaftlichem Interesse sind? All das können Aspekte sein, die man nicht unter den Augen der Öffentlichkeit diskutieren kann, zumindest nicht in einem frühen Stadium.

Bürgermeister: Vor einer Entscheidung geht es öffentlich um das Thema

Ging es um diese Fragen? Oder um andere? Dazu schweigen die Beteiligten – allein schon, weil sie als Ratsleute dazu vertraglich verpflichtet sind.

Bürgermeister Axourgos nutzte den öffentlichen Teil der Sitzung dennoch für ein klares Statement: Hier werde nichts heimlich entschieden. Das Thema werde bald wieder öffentlich behandelt und das natürlich vor einer Abstimmung darüber.

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