Mareike Angemüller hat ihre Firma A&M Service an der Reichshofstraße in Westhofen eröffnet. © Reinhard Schmitz
Haushaltshilfe

Neues Schwerter Unternehmen bietet Haushaltshilfen für Erkrankte an

Wer nach einem Krankenhausaufenthalt für eine kurze Zeit Hilfe im Haushalt braucht, hat auch einen gesetzlichen Anspruch darauf. Ein neues Schwerter Unternehmen kümmert sich genau darum.

Gerade in Coronazeiten ist es sehr unüblich, ein neues Unternehmen zu gründen. Mareike Angermüller, Geschäftsführerin von A&M Services in Westhofen, hat eine Marktlücke gefunden, mit der sie Menschen helfen kann, und trotz der Umstände ihre eigene Firma aufgebaut. Ihr Unternehmen bietet Menschen mit akuten Erkrankungen und ohne Pflegegrade einen Rundumschlag in der Haushaltshilfe an.

Haushaltshilfe nach Unfällen oder bei Krankheiten

„Ich komme eigentlich aus der Versicherungsbranche, aber habe schon länger mit dem Gedanken gespielt, in diese Richtung zu gehen“, berichtet Angermüller. „Als dort die Umsätze eingebrochen sind und ich in meinem Umfeld mitbekommen habe, dass Menschen nach Unfällen Probleme mit dem Haushalt bekamen, habe ich meinen Entschluss gefasst.“

A&M Services bietet Menschen ohne Pflegegrad Hilfe an, die nach einem Unfall oder einer akuten Erkrankung Anspruch auf eine kurzfristige Hilfe haben. Ein Anrecht hat grundsätzlich jeder, der gesetzlich versichert ist und ein Attest von einem Arzt hat. „Wer sich den Arm oder ein Bein bricht, kann den Haushalt für diese Zeit meist nicht alleine schmeißen“, so Angermüller.

Mareike Angermüller (r.) bei einer Besprechung mit ihrem Mitarbeiter Martin Bähr. © Reinhard Schmitz © Reinhard Schmitz

„Unsere Mitarbeiter helfen dann für diese Zeit beim Putzen, Einkaufen und auch anderen Aufgaben, die anfallen.“ Der Anspruch bei der Krankenkasse könne auch bei Risikoschwangerschaften, Chemotherapien und anderen akuten Problemen geltend gemacht werden.

Ein Service-Rundumschlag für Patienten

Viele Menschen wüssten nicht, dass in solchen Fällen ein Anspruch auf Hilfe besteht – in der Regel seien das 28 Tage nach der Entlassung aus dem Krankenhaus. Zudem sei das Ausfüllen und Einreichen der Formulare eine zeitaufwendige Aufgabe, der Erkrankte nicht nachgehen könnten. „Wir kümmern uns für die Patienten um alles von der Bewilligung bei der Krankenkasse bis zur Hilfe im Haushalt“, so Angermüller.

Auch mit den Krankenhäusern in der Umgebung sei sie im direkten Kontakt, sodass Sozialdienstmitarbeiter der Klinik den Kontakt zu den stationären Patienten herstellen können. Im Anschluss wendet sich A&M Services nach Absprache mit dem Patienten an die jeweiligen Krankenkassen, sodass die Haushaltshilfen den Patienten gleich nach der Entlassung unter die Arme greifen können.

„Den Kontakt zu den Krankenhäusern habe ich zuvor durch telefonische Akquise bekommen“, erklärt Angermüller. „Da es in dieser Branche noch nicht viele gibt, hat man unser Angebot dankend entgegengenommen.“ Angermüllers Unternehmen ist mit seinen 10 Mitarbeitern nicht nur im Raum Schwerte im Einsatz, sondern bietet seine Hilfe auch in den umliegenden Städten an.

Die Dienstleistungen müssten zudem nicht zwangsläufig über die Sozialdienstmitarbeiter des Krankenhauses laufen. „Wer weiß, dass er bald operiert wird, kann sich auch direkt zur Beratung an uns wenden.“

Doch nicht jeder, der sich einen Arm bricht, habe automatisch einen Anspruch auf eine Haushaltshilfe. Gebe es beispielsweise jemand anderen im Haushalt, der gesund ist, bezahle die Krankenkasse nicht. Details über den Ablauf könne man daher in einer ausführlichen telefonischen Beratung besprechen.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Student für Sozialwissenschaft und Philosophie – gebürtiger Schwerter und Wahl-Dortmunder. Immer interessiert an Menschen aus dem Ruhrgebiet und ihren Geschichten.
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Felix Mühlbauer

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