An der Ruhr kommt es – wie hier bei Ergste – immer mal wieder zu niedrigen Wasserständen. In diesem Jahr dauert die Trockenperiode jedoch außergewöhnlich lang. © Manuela Schwerte
Wasserversorgung

Niedrigwasser: Ohne die Talsperren würde die Ruhr langsam austrocknen

Die Ruhr hängt am Tropf der Talsperren. Ohne Zuspeisung wäre sie nur ein Rinnsal. Das ist laut Ruhrverband zu dieser Jahreszeit ungewöhnlich. Hält die Trockenheit an, wird es bedenklich.

An der Ruhr liegen Ufersäume frei und im Fluss bilden sich Inseln, die sonst nicht zu sehen sind. Der Wasserstand ist niedrig, ohne Zuspeisung aus den Talsperren wäre er sogar dramatisch.

Der Ruhrverband registriert eine seit Jahren anhaltende Trockenheit, die sich auf die Gewässer im Einzugsbereich auswirkt. So führt auch die Ruhr am Pegel Villigst deutlich zu wenig Wasser. Um den Stand auf einem Mindestniveau zu halten, müssen die Talsperren Henne, Möhne und Sorpe der Ruhr laufend Wasser spenden.

In der Ruhr entstehen kleine Inseln, die bei normalem Wasserstand nicht zu sehen sind.
In der Ruhr entstehen kleine Inseln, die bei normalem Wasserstand nicht zu sehen sind. © Holger Bergmann © Holger Bergmann

Das allein ist nicht ungewöhnlich: „In Niedrigwasserzeiten wird immer ein Zuschuss aus den Talsperren geleistet“, erklärt Anne Becker, stellvertretende Leiterin der Talsperren-Leitzentrale beim Ruhrverband.

Doch in diesem Jahr halte die Trockenheit ungewöhnlich lange an, sodass nun auch in den Wintermonaten Wasser zugeleitet werden muss. Eigentlich sei das die Zeit, in der die Talsperren durch Niederschläge wieder aufgefüllt werden.

„Zuletzt hatten wir 2018 eine solche anhaltende Trockenheit“, sagt Anne Becker. Damals habe es dann aber am 3. Dezember angefangen, anhaltend zu regnen und damit konnte der Wasserzuschuss in die Ruhr eingestellt werden. Die Expertin aus der Leitzentrale weiß das Regendatum auswendig, was die Brisanz solcher Trockenperioden deutlich macht.

Ein bestimmter Pegel muss erhalten bleiben

Ein bestimmter Durchfluss in der Ruhr ist für die Trinkwasserversorgung entscheidend und für den Schutz der Ökosysteme. Wenn es die Talsperren nicht gäbe, wäre die Ruhr derzeit nur etwa zur Hälfte gefüllt, sagt Anne Becker. Durch die Trinkwasserentnahme könne sie sogar komplett trockenfallen.

Kein Wunder, dass die Verantwortlichen beim Ruhrverband täglich auf die Wetterprognosen schauen. Demnach soll es in den kommenden vier Wochen weiterhin zu trocken bleiben. „Wenn wir anschließend nasse Wintermonate bekommen, müssen wir uns keine Sorgen machen“, so Anne Becker. Andernfalls komme man zwar auch noch über den Sommer, müsse sich dann aber langsam Gedanken machen.

Talsperren sind zu leer für die Jahreszeit

Denn auch die Talsperren weisen zu niedrige Wasserstände auf. Aktuell liegt der Füllstand laut Lagebericht des Ruhrverbands bei durchschnittlich etwa 56 Prozent, die Tendenz ist leicht steigend.

Niedrige Wasserstände an den acht Talsperren, die zum Ruhrverband gehören, kommen allerdings alle Jahre wieder vor. „Niedrigwasserphasen gehörten schon immer zum natürlichen Kreislauf“, sagt Anne Becker.

Über die Autorin
Redaktion Dortmund
Seit 2001 in der Redaktion Dortmund, mit Interesse für Menschen und ihre Geschichten und einem Faible für Kultur und Wissenschaft. Hat einen Magister in Kunstgeschichte und Germanistik und lebt in Dortmund.
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Susanne Riese

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