Nisthilfen sollen Störche nach Garenfeld locken

Plan des Naturschutzbundes

Je mehr Nisthilfen es gibt, desto attraktiver wird das Ruhrtal für Störche bei der Suche nach einem geeigneten Ort für Nachwuchs. „Viel hilft viel“, bringt es Stephan Sallermann vom Naturschutzbund (Nabu) auf den Punkt. Er würde es begrüßen, wenn die Vögel auch in Schwerte mit Nisthilfen zum Brüten eingeladen würden.

Garenfeld

, 30.07.2015, 13:06 Uhr / Lesedauer: 1 min
Im Naturschutzgebiet zwischen Ruhr und Ruhrtalstraße in Garenfeld versteckt sich die Nisthilfe auf einem fast acht Meter hohen Pfahl. Trotzdem finden die Störche die Konstruktion, die vom Naturschutzbund Hagen aufgestellt wurde.

Im Naturschutzgebiet zwischen Ruhr und Ruhrtalstraße in Garenfeld versteckt sich die Nisthilfe auf einem fast acht Meter hohen Pfahl. Trotzdem finden die Störche die Konstruktion, die vom Naturschutzbund Hagen aufgestellt wurde.

Mit mehr Nisthilfen könnte die Lücke geschlossen werden zwischen dem Storchennest in Fröndenberg und der Nisthilfe im Naturschutzgebiet zwischen der Ruhrtalstraße und der Ruhr in Garenfeld, die der Nabu Hagen schon vor Jahren aufgebaut hat. "Es stehen immer mal wieder Störche drauf", berichtet Sallermann vom Interesse. Dass sie bislang noch nicht bleiben und mit dem Bau eines Horstes beginnen, ist normal. "Das dauert immer", man müsse Geduld haben: "Zehn Jahre sind da nichts."

Jetzt lesen

Es ist alles eine Frage der Zeit. Denn die Störche verbreiten sich - wie der Naturschutzbund beobachtet hat - massiv weiter von Norden nach Süden. Der Lipperaum sei schon besiedelt. Jetzt nehmen die Vögel allmählich die Ruhr ins Visier. Sie vermehren sich in den Nestern rund um die Zoos in Münster und Rheine, weiß Sallermann. In Rheine beispielsweise brüteten rund 20 Paare auf Bäumen rund um den Tierpark: "Sie bleiben mittlerweile auch im Winter, weil sie Futter finden."

Denn dazu brauchen sie eigentlich nur über den Zaun in das Gehege zu fliegen. "Das sind sicherlich die Stammeltern der hiesigen Störche", ist Sallermann überzeugt. Andere könnten aber auch aus dem Bereich Minden-Lübbecke ins Ruhrtal eingewandert sein, das durch zahlreiche ökologische Verbesserungen inzwischen wieder attraktiver geworden ist. Weil nicht mehr alle Flächen intensiv landwirtschaftlich genutzt werden, seien Rückzugsgebiete und Feuchtwiesen entstanden, die die Grundlage für eine Wiederansiedlung bilden.

"Es würde helfen, wenn mehr Nisthilfen im Ruhrtal aufgestellt würden", sieht Sallermann absolut keine Konkurrenz, sondern eine Verstärkung des gemeinsamen Werbens um die Störche: "Wenn man nichts aufstellt, kommen auch keine." Denn die Vögel seien es gewohnt, auf derartigen Konstruktionen ihre Horste zu bauen. Zwei bis drei mehr könnten es ruhig sein: "Ich sehe extrem gute Chancen, dass die Störche dann kommen."

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt