Frischemarkt: Einziger Bieter geht leer aus - und ist nicht enttäuscht

mlzZwangsversteigerung

Seit August 2018 steht der Villigster Frischemarkt leer. Am Montag sollten die Räume im Amtsgericht versteigert werden. Der einzige Bieter kam nicht zum Zuge, aber hatte sein Ziel erreicht.

Villigst

, 08.06.2020, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Richtertisch mit Plexiglas abgeschirmt, die Besucherstühle auf Abstand aufgestellt. Coronagerecht ertüchtigt war der Saal 103 des Amtsgerichts, damit am Montagmorgen die Versteigerung des früheren Villigster Frischemarkts stattfinden konnte, die vor vier Wochen wegen der Pandemie abgesagt werden musste. Es gab nur einen einzigen Bieter: 120.000 Euro bot Oliver Barten von Barten Immobilien (Dortmund) für das seit fast zwei Jahren leerstehende Objekt - knapp weniger als die Hälfte des von einem Sachverständigen veranschlagten Verkehrswertes.

Gebot war nur eine Werbemaßnahme

Dass ihm Rechtspflegerin Christina Dörnbrack deswegen den Zuschlag verweigern musste, betrübte Oliver Barten aber nicht. „Das Gebot hatte nur formelle Gründe“, erklärte er anschließend. Er habe es im Auftrag eines Inkasso-Unternehmens abgegeben: „Es geht nur um eine Werbemaßnahmen.“ Denn mit der Ablehnung sind beim nächsten Versteigerungstermin alle Mindestgebots-Grenzen gefallen, die am Montag noch galten. Dadurch verspricht man sich deutlich mehr Interessenten.

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Eigentumswohnung über dem Laden ist jetzt zu kaufen

Für eine größere Nachfrage könnte auch noch eine weitere Ankündigung von Oliver Barten sorgen: Es wäre möglich, die komplette Immobilie zu bekommen. Zur Versteigerung stehen lediglich die 86,5 Prozent Teileigentum, die zum früheren Frischemarkt samt Keller und Parkplätzen gehören. Der Rest entfällt auf eine Eigentumswohnung im ersten Obergeschoss, die jetzt aber losgelöst von der Versteigerung zu erwerben sei: „Der Eigentümer ist verkaufsbereit.“

Makler bietet Innenbesichtigungen des Gebäudes an

Wie der Hausverwalter im Gerichtssaal berichtet hatte, stehe die Wohnung ebenfalls leer. Er habe aber Öl gekauft, um eine Grundheizung des ganzen Objektes als Wintersicherung gewährleisten zu können. Außerdem habe er „jede Menge Reparaturen“ durchgeführt, beispielsweise am Dach oder an der Pumpe, die für die Entwässerung nötig ist: „Das sind alles in allem geordnete Verhältnisse da.“ Vom aktuellen Zustand können sich Interessenten sogar vor Ort überzeugen. „Wir bieten Innenbesichtigungen an“, sagte Oliver Barten. Diese können vereinbart werden unter Tel. (0231) 58937-933 oder per E-Mail an o.barten@barten-immobilien.com.

Sparkasse hat ihre Grundschuldforderung abgetreten

Aufmerksame Zuhörer im Saal waren Vertreter der AKG Immoplus GmbH aus Berlin, an die die Sparkasse ihre Grundschuldforderung über 200.000 Euro (plus 15 Prozent Zinsen seit 2016) abgetreten hat. Sollte es beim nächsten Termin zu einem Zuschlag kommen, müssten vorher noch der Eigentümer der Eigentumswohnung und der Grundstücks-Eigentümer ihre Zustimmung geben. Das Gebäude steht auf einem Erbpachtgrundstück, dessen Vertrag vom 1. Juli 1973 für die Dauer von 99 Jahren läuft.

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