Im Aldi-Markt an der Margot-Röttger-Rath-Straße gilt wieder die Einkaufswagenpflicht. Darauf weist ein Plakat vor dem Eingang hin. © Reinhard Schmitz
Corona in Schwerte

Einkaufswagenpflicht in Lebensmittelläden ist zurück – aber nicht überall

Sie war abgeschafft. Doch mit Ausrufung der Corona-Inzidenzstufe 1 sind die meisten Lebensmittelmärkte in Schwerte wieder zur Einkaufswagenpflicht zurückgekehrt. Es gibt aber eine Ausnahme.

Die Rückkehr zur Normalität beim Einkaufen war so schön – und viel zu kurz. Ohne umständlich mit einem Einkaufswagen durch die langen Regalgänge zu kreuzen, konnte man schnell die zwei Tetrapacks Milch und den einen Beutel Kartoffeln im Körbchen oder ganz einfach in der Hand zur Kasse tragen.

Und brauchte vorher nicht im Portemonnaie nach einer passenden Münze zu kramen, um den Wagen zu entketten. Denn die Pflicht zur Benutzung eines Einkaufswagens pro Person, eingeführt in Hochzeiten der Corona-Pandemie, war mit Erreichen der Inzidenzstufe 0 überall in den Supermärkten abgeschafft worden.

Über die Einkaufswagen wird die Personenzahl im Markt begrenzt

Doch mit dieser Freiheit beim Einkaufen ist es fast überall schon wieder vorbei, seit das Land NRW zu Wochenbeginn (26.7.) die Inzidenzstufe 1 ausgerufen hat. „Aktuell gilt für den Einzelhandel in NRW wieder eine Flächenbegrenzung von einem Kunden/einer Kundin je angefangene zehn Quadratmeter“, berichtet Sarah Linnert aus der Unternehmenskommunikation von Rewe Dortmund auf Anfrage.

Einige Märkte – wie Rewe Filips an der Margot-Röttger-Rath-Straße – setzten eine Einkaufswagenpflicht ein, um die vom Gesetzgeber vorgeschriebene maximale Kunden-Anzahl nicht zu überschreiten.

Manche Edeka-Kaufleute reduzieren die verfügbaren Einkaufswagen auf die erlaubte Maximalanzahl von Kunden im Geschäft.
Manche Edeka-Kaufleute reduzieren die verfügbaren Einkaufswagen auf die erlaubte Maximalanzahl von Kunden im Geschäft. © Reinhard Schmitz © Reinhard Schmitz

Eine ähnliche Antwort gibt Kerstin Holla von der Edeka Rhein-Ruhr (Moers). Die Einkaufswagen auf die erlaubte Maximalanzahl von Kunden im Markt zu reduzieren, sei eine einfache und effektive Lösung zur Kontrolle der Personenzahl im Geschäft.

Die jeweiligen Marktbetreiber würden die behördlichen Vorgaben vor Ort jeweils eigenständig umsetzen: „Manche Kaufleute reduzieren die Einkaufswagen auf die erlaubte Maximalanzahl von Kunden pro Markt. Andere arbeiten beispielsweise mit Zähler-Apps.“

Aldi nutzt die Einkaufswagen auch zum Abstandhalten

Beim Betreten des Aldi-Markts an der Margot-Röttger-Rath-Straße geht man unter einer Leuchttafel durch, die die aktuelle Anzahl der Kunden anzeigt. Insgesamt 85 seien derzeit gleichzeitig im Geschäft zulässig, verkündet ein Plakat neben der Tür, das gleichzeitig darum bittet, einen Einkaufswagen zu benutzen.

„Das macht es für alle einfacher, den sicheren Abstand zu wahren“, erklärt Michael Strothoff, Sprecher von Aldi Nord (Essen): „Und auch für unsere Marktmitarbeiter vereinfacht es den Überblick, wenn wir nur so viele Einkaufswagen ausgeben, wie sich Kunden im Markt gleichzeitig aufhalten können.“




„Wir orientieren uns grundsätzlich an den Verordnungen der Bundesländer und den jeweiligen regional gültigen Allgemeinverfügungen“, antwortet Diana Zvicer-Senolan aus der Pressestelle von Lidl Deutschland (Neckarsulm). Etwaige Anpassungen der einzelnen Verordnungen setze man entsprechend in den Filialen um, heißt es, ohne weiter konkret auf die Maßnahmen in Schwerte einzugehen.

Einlaminierte Einlasskarten wie zu Hochzeiten der Corona-Pandemie brauchen Kunden beim Betreten des Kaufland-Marktes Am Dohrbaum derzeit nicht in den Einkaufswagen zu legen.
Einlaminierte Einlasskarten wie zu Hochzeiten der Corona-Pandemie brauchen Kunden beim Betreten des Kaufland-Marktes Am Dohrbaum derzeit nicht in den Einkaufswagen zu legen. © Reinhard Schmitz © Reinhard Schmitz

Bei Kaufland geht´s ohne Einkaufswagen und Einlasskarte

Unbeschwerte Einkaufswelt gibt es indes immer noch im größten Lebensmittelmarkt der Stadt, dem Kaufland Am Dohrbaum. „Derzeit gibt es in unserer Filiale in Schwerte keine Einlasskarten beziehungsweise eine Einkaufswagenpflicht“, teilt Alisa Götzinger aus der Unternehmenskommunikation der Kaufland Stiftung (Neckarsulm) mit.

Man setze alles daran, behördlich auferlegte Zugangs-Reglementierungen zeitnah und pragmatisch umzusetzen. Dazu stehe Kaufland seit Beginn der Corona-Pandemie in allen Bundesländern mit den zuständigen Behörden in Kontakt.

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Reinhard Schmitz, in Schwerte geboren, schrieb und fotografierte schon während des Studiums für die Ruhr Nachrichten. Seit 1991 ist er als Redakteur in seiner Heimatstadt im Einsatz und begeistert, dass es dort immer noch Neues zu entdecken gibt.
Zur Autorenseite
Reinhard Schmitz

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.