Theater am Fluss

Online-Theater-Premiere von „Sophie Scholl“ im Theater am Fluss

Das Theater am Fluss ist seit einem halben Jahr im Lockdown. Dennoch steht eine Premiere an. Die erfolgt über ein bekanntes Format der Sozialen Medien als digitale Lösung in Corona-Zeiten.
Die Premiere zum Stück "Sophie Scholl" findet online am 9. Mai statt © Theater am Fluss

Nur eine kurze Erholungsphase war den Kulturschaffenden im vergangenen Jahr vergönnt: Seit sechs Monaten ist das Theater am Fluss in Schwerte bereits im Corona-Lockdown. Noch immer ist nicht klar, wann das Theater wieder öffnen darf. Trotzdem steht jetzt schon wieder eine Premiere vor der Tür.

Ende Oktober gingen vorerst zum letzten Mal die Bühnenlichter im Theater am Fluss aus. Kurz vor der geplanten Premiere von „Zeugin der Anklage“ im November musste das Theater die gerade begonnene 13. Spielzeit schon wieder unterbrechen. Sechs Monate dauert der Kultur-Lockdown bereits an – ohne ein Ende in Aussicht.

Bühnenkonzept auf Onlineformat umgestellt

Das Ensemble zu „Sophie Scholl – Die weiße Rose“ hat die Zeit genutzt, um digital weiter zu proben, mit dem Ziel, an Scholls 100. Geburtstag am 9. Mai das Stück zu zeigen. „Seit Anfang des Jahres zeichnete sich ab, dass eine Aufführung im Mai immer unwahrscheinlicher wurde. Wir haben dann unser Bühnenkonzept, mit dem wir schon bei der Spielzeitvorschau im vergangenen Herbst gearbeitet

hatten, auf ein Onlineformat umgestellt“, erklärt Regisseur und Autor Stefan Schroeder.

Gezeigt wird das Leben von Sophie Scholl von ihrer Kindheit bis zum Prozess, an dessen Ende sie zum Tode verurteilt wird. Der Fokus liegt auf besonderen und wichtigen Momenten im Leben Scholls. Um den Schwierigkeiten in Zeiten der Pandemie zu entgehen, wurde man kreativ. Geprobt wurde entsprechend auf dem digitalen Weg: über Zoom.

Das Ensemble sah sich nur über Bildschirme und zeichnete manche Szenen ganz allein zu Hause auf. Die eigene Wohnung wurde dann plötzlich zum Wohnzimmer der Familie Scholl oder zum Verhörzimmer. Erst in der Nachbearbeitung fügten sich die Szenen zusammen.

Herausforderung Onlineproben für das Ensemble

Ganz anders als das klassische Theaterproben, stellte das Proben für einen Film das Ensemble vor eine große Herausforderung. „Wir haben uns in das Projekt gestürzt wie in ein Experiment und hatten stets das Ziel vor Augen, dass ein „echter“ Film entstehen sollte“, berichtet Schroeder.

Und wie dieses Ziel letztlich erreicht wurde, das kann aus dem eigenen Wohnzimmer heraus online gesehen werden. Das Ergebnis wird am 9. Mai auf dem YouTube Kanal des Theaters „Theater am Fluss“ für einen Monat kostenlos zu sehen sein.

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