Orkan Sabine im Schwerter Wald: „Viel kann ja nicht mehr kaputt gehen“

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Wie groß sind die Schäden in den Wäldern in Schwerte? Nach dem Orkan Sabine zeigte sich: In der Nähe des Freischütz liegen zwischen Aufatmen und starken Schäden oft nur wenige Meter.

Schwerte

, 11.02.2020, 17:28 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bernd Engelhardt fotografierte die riesige Fichte direkt. Bis Orkan Sabine mit weit mehr als 100 Stundenkilometern durch den Schwerter Wald gewütet war, hatte sie in der Nähe des Hubertuskreuzes gestanden, einige Meter an einem Weg hinter dem Freischütz.

Doch der Baum hielt dem Wind nicht stand und krachte direkt auf das Kreuz, das seit 1982 auf dem Granitsockel trohnte. Das Schicht 26 sorgte einst für das Aufstellen und kümmert sich seitdem um das Kreuz, unter dem einmal pro Jahr die Hubertusmesse gefeiert wird – hier, mitten im Wald.

Die Fichte krachte auf das Kreuz und riss die Hälfte des Querbalkens ab. Auch aus dem Sockel brach ein Stück heraus, so stark war die Wucht des Aufpralls.

Orkan Sabine im Schwerter Wald: „Viel kann ja nicht mehr kaputt gehen“

Von einer umstürzenden Fichte stark beschädigt wurde das Holzkreuz im Schwerter Wald, vor dem regelmäßig im Herbst die Hubertusmesse gefeiert wird. Ein Schenkel wurde abgerissen und eine Ecke aus dem Granitsockel geschlagen. © Bernd Engelhardt

Ein typischer Fall für Sabine? Wer mit Schwertes Förstern spricht, hört eher: Das war die Ausnahme. Christoph Jendrusch, der für den städtischen Wald in Schwerte zuständig ist, also auch für große Gebiete rund um den Freischütz, unterstreicht: „Es ist glimpflich gewesen, kein Vergleich zu Kyrill 2007 oder zu Friederike im Januar 2018.

Mal sei „eine Krone herausgebrochen“, er wisse auch von einer umgekippten Buche. Ansonsten aber, so Jendrusch, hätten die Auswirkungen deutlich schlimmer sein können.

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Kletterwald am Freischütz: „Gar nichts kaputtgegangen“

Nur wenige hundert Meter vom Hubertuskreuz entfernt, auf der anderen Freischütz-Seite, befindet sich der Kletterwald. Dessen Geschäftsführer, Patrick Hahnrath, sagt: „Gott sei Dank ist bei uns gar nichts kaputtgegangen.“

Hahnrath weiß, dass das anders kommen kann bei Sturm und Orkan. Vor zwei Jahren zerstörte Friederike gleich drei der Parcoure. Und jetzt – bei Sabine – hat es den Kletterwald in Koblenz erwischt, der zur selben Gruppe gehört wie der zwischen Schwerte und Dortmund. „Dort sind von 12 Parcouren nur noch 2 intakt“, erläutert Hahnrath.

Förster: „Viel kann ja nicht mehr kaputtgehen“

In Schwerte aber liegt nur vereinzelt etwas auf den Wegen. Das gilt für den Kletterwald am Freischütz ebenso wie für die großen privaten Waldflächen, die sich vor allem im Süden der Stadt befinden. Andreas Weber, als Förster beim Landesbetrieb Wald und Holz NRW für diese Wälder zuständig, meint lapidar: „Viel kann ja nicht mehr kaputtgehen.“

Viele Fichten seien ja bei Friederike schon umgekippt. Und seitdem rollen mehrmals jährlich Borkenkäfer-Wellen heran, die sich durch die Nadelbäume nagen, bis sie tot sind.

Nächster Sturm am nächsten Wochenende?

Die Schäden, die Weber nach Sabine registriert hat: Ein paar dickere ältere Buchen seien deutlich oberhalb des Waldbodens abgeknickt. Einige würden auch Wege blockieren. Vermutlich hänge auch das mit der Trockenheit der vergangenen Jahre zusammen.

Christoph Jendrusch indes warnt: „Es ist noch nicht zuende.“ Auch wenn jetzt die Windgeschwindigkeiten nachließen – Ende der Woche könnte der nächste Sturm kommen.

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