Ortrud Battenberg aus Schwerte schrieb mit an einem Krimi-Experiment

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Die Schwerter Autorin Ortrud Battenberg hat mit zwei befreundeten Autorinnen einen Kriminal-Roman geschrieben. Ihre Heimatstadt kommt darin aber nur an einer Stelle vor.

Schwerte

, 26.04.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Obwohl Ortrud Battenberg (68) seit 1975 in Schwerte wohnt und hier fest verwurzelt ist, spielt der Krimi hinterm Berg in Dortmund. Die meisten der Schauplätze dürften aber auch vielen Schwertern bekannt sein.

Gestorben wird in diesem Krimi am Phoenix-See. Das hört sich zunächst nicht originell an, wird in der Krimi-Literatur am Phoenix-See doch dauernd gemordet. Ortrud Battenberg und ihre Kolleginnen Heike Wulf, Karin Hübener haben aber einen eigenen Dreh gefunden.

Strukturwandel in Dortmund spielt eine Rolle

Sie ziehen in „Unverhofft tot“ einen großen Strukturwandel-Bogen vom Phoenix-See zur Zeche Freie Vogel & Unverhofft, einer der ältesten Zechen im Ruhrgebiet, von der heute kaum noch Spuren gibt, außer der „Frei-Vogel-Straße“ in Dortmund-Schüren.

Außerdem platzieren sie die Verdächtigen in einer Bevölkerungsgruppe, die in den meisten Krimis völlig unverdächtig ist, die höchstens mal eine schrullige Detektivin stellt: den Senioren.

Kennengelernt haben sich die Autorinnen in einer Schreibwerkstatt. Als sie dort ihre gemeinsame Vorliebe fürs Mörderische entdeckten, war die Idee nicht weit.

Orte mit Wiedererkennungswert

Ausgiebig besuchten sie Orte mit Wiedererkennungswert in Dortmund und erarbeiteten einen groben Plot.

Dann kreierte jede der Autorinnen einen Charakter des Buches, den sie dann durch den Roman führte. Ortrud Battenbergs Charakter ist ein Fensterputzer. Er ist er erste Tatverdächtige.

Das Schreiben des Romans erfolgte dann bei Treffen oder auch während eines sehr ausführlichen E-Mail-Verkehrs. Schwerte schaffte es nur an einer Stelle ins Buch, in einer Szene an einer Straße, die nach Schwerte führt. Die Kommissarin kommt nur allgemein „aus dem Sauerland“.

Irgendwann ein Solo-Roman

Jetzt, da das Werk fertig und im epubli Verlag erschienen ist, zeigt sich Ortrud Battenberg erleichtert: „Ich glaube, es war mehr Arbeit, einen Krimi zu dritt zu schreiben, als drei Romane alleine“, sagt die Autorin. Das kann sie zwar nicht direkt, aber fast, aus Erfahrung sagen.

Die ehemalige freischaffende Texterin und Lektorin hat in ihrer beruflichen Laufbahn viele Texte geschrieben, darunter „13 Frauen, die Lünen bewegten“, aber noch keinen Roman.

Nach „Unverhofft tot“ ist sich Ortrud Battenbergs sicher, bald einen Roman solo schreiben zu wollen, doch sie hat noch nicht angefangen.

Beim Drei-Autorinnen-Buch ist übrigens eine weitere Schwerter Hand mit im Spiel. der Schwerter Designer Lutz Bahmüller hat das Buchcover gestaltet.

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