Parken bei Aldi am Bahnhof: Alles richtig gemacht, trotzdem Knöllchen bekommen

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Samstagseinkauf beim Aldi am Bahnhof: Die Parkscheibe eingestellt, eingekauft, zurück gekommen und Knöllchen kassiert. Passiert das oft? Fair Parken ist da wenig auskunftsfreudig.

Schwerte

, 18.02.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer bei Aldi oder Rewe am Bahnhof einkauft, muss die Parkscheibe ins Auto legen. Das ist nicht neu. Bereits seit Sommer 2017 kontrolliert das Unternehmen Fair Parken die Parkplätze direkt gegenüber vom Bahnhof.

Wer hier parkt muss eine Parkscheibe gut sichtbar ins Fenster legen. Zwei Stunden kann man dann frei Parken. Danach wird die Vertragsstrafe fällig. Und die ist heftig: 24,95 Euro kostet der Vertragsverstoß mit dem man dafür sorgen will, dass die Parkplätze auch tatsächlich von Kunden und nicht von Bahnpendlern genutzt werden.

Nach Samstagseinkauf klemmte Knöllchen am Scheibenwischer

Als Familie S. aus Schwerte am Samstag nach dem Einkauf bei Aldi zu ihrem Auto kam, staunten sie nicht schlecht. Auf der Fahrerseite hinter der Windschutzscheibe war die korrekt eingestellte Parkscheibe, auf der Beifahrerseite klemmte hinter dem Scheibenwischer ein Knöllchen von Fair Parken. Gleich mit einer Zahlungsüberweisung.

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„Wir haben das Knöllchen samt Foto und dem Aldi-Bon dann bei Fair Parken eingereicht und bekamen eine E-Mail zurück, dass die Sache damit erledigt sei und man auf die Forderung verzichte“, erzählt Vater S.. Das Schreiben sei wohl ein Standardformular gewesen. Im Großen und Ganzen sei die Reklamation auch einfach zu handhaben und problemlos abgewickelt worden.

Allerdings fragt er sich, wie das passieren kann. „Wenn jeder Zweite trotzdem zahlt, dann...“, lässt er den Satz offen.

Fair Parken will sich nicht in die Karten gucken lassen

Wie viele der Knöllchen über Vertragsstrafen denn moniert werden, wie oft zu Recht und wie oft man mit den Autofahrern dann doch vor Gericht landet, da will sich Fair Parken nicht in die Karten schauen lassen. „Solche Anfragen beantworten wir grundsätzlich nicht“, sagt die Sprecherin von Makefield Public Relations, die für Fair Parken Presseanfragen beantworten.

Knöllchen und Parkscheibe nebeneinander an der Windschutzscheibe.

Knöllchen und Parkscheibe nebeneinander an der Windschutzscheibe. © Privat

Zumindest die Frage, ob auf den privaten Parkplätzen, auf denen Unternehmen wie Fair Parken sich um die Parkregelung kümmern auch Halterhaftung gilt, hat der Bundesgerichtshof Ende vergangenen Jahres klar beantwortet. Die Parkplatzbetreiber dürfen ihre Forderungen auch an den Halter des Fahrzeugs zustellen, wenn der pauschal behauptet, er sei nicht gefahren. Das entspricht der Regelung, die für den ruhenden Verkehr im öffentlichen Raum gilt.

Zuvor hatte ein Landgericht in Arnsberg einer Autofahrerin Recht gegeben, die sich gegen mehrere Vertragsstrafen gewehrt hatte, mit der Begründung, dass im Zivilrecht immer der Verursacher belangt werden müsse. Das ist aber laut Bundesgerichtshof den Parkplatzbetreibern nicht zumutbar.

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