Paten-Omas bekommen Karl-Willi-Demgen-Preis

„Kinder-Dienst-Tag“

SCHWERTE Für Kinder ist es gleich nach dem Laufenlernen ein wichtiger Entwicklungsschritt: Eine halbe Stunde, Stunde oder einen Vormittag alleine ohne Mama verbringen. Viele Schwerter Kinder haben diesen Entwicklungsschritt an einem Dienstag gemacht. Denn seit 15 Jahren bieten ehrenamtliche „Omis“ im Haus der Diakonie den „Kinder-Dienst-Tag“ an.

von Von Holger Bergmann

, 17.11.2009, 18:12 Uhr / Lesedauer: 1 min
Inge Kramarz (l.) und Helga Müller sind mit den anderen Omas die ersten Träger des Karl-Willi-Demgen-Preises, den die Unternehmervereinigung US 2 in der Rohrmeisterei verleiht.

Inge Kramarz (l.) und Helga Müller sind mit den anderen Omas die ersten Träger des Karl-Willi-Demgen-Preises, den die Unternehmervereinigung US 2 in der Rohrmeisterei verleiht.

Der „Kinder-Dienst-Tag“ ist eine Art Kinderkrippe, eine Betreuungsmöglichkeit für Kinder bis drei Jahren, damit die Mütter schon vor dem Kindergarteneintritt mal einen Vormittag frei haben für Arzt-Termine oder Besorgungen. Und das Beste ist, das Angebot ist für die Eltern kostenlos. Denn die Omas helfen ehrenamtlich und auch die Diakonie hält die Räume kostenlos frei. Die Omas haben aus unterschiedlichsten Gründen zu ihrem Ehrenamt gefunden. „Ich habe keine Kinder und keine Enkel“, berichtet die spätberufene Oma Inge Kramarz (71). „Das kann ich jetzt nachholen.“ Elfriede Heinze (79), die älteste der Paten-Omas erinnert sich: „Als mein Mann gestorben ist, brauchte ich einfach eine neue Aufgabe. Die Kinder haben mir in der schweren Zeit der Trauer sehr geholfen.“

Der Arbeit der Omis liegt kein pädagogisches Konzept zugrunde: „Wir bringen den Kindern nichts bei“, erklärt Inge Kramarz. „Wir singen, spielen, trösten oder malen.“ Wichtig ist den Omis, dass die Kinder schon früh den Umgang mit anderen Kindern lernen, damit der Schritt in den Kindergarten nicht so überwältigend wird. Auch nach 15 Jahren gilt, jeder kann sein Kind ohne Anmeldung dienstags von 9 bis 13 Uhr in der Kötterbachstraße 16 abgeben. Die Omas versuchen allerdings, nicht mehr als 18 Kinder aufzunehmen.   Weitere Informationen unter Tel. 9393-0.

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