Plan steht: Wann kehrt welcher Schüler ans Ruhrtal-Gymnasium zurück?

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Welche Klasse kommt wann? Welche Fächer werden unterrichtet? Wie sorgen die Lehrer für den Abstand zwischen den Schülern? Das Beispiel Ruhrtal-Gymnasium zeigt, wie kompliziert das alles ist.

Schwerte

, 22.05.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wir haben herausgeholt, was ging“, sagt Bärbel Eschmann. Und: „Das schöpft wirklich die Raum- und die personellen Strukturen aus.“ Schwierige Aufgaben sind es gewesen für die Leiterin des Ruhrtal-Gymnasiums in Schwerte und für die anderen verantwortlichen Lehrer im Kollegium.

Denn ab Dienstag, 26. Mai, sollen die Schüler zurückkommen. Alle und abwechselnd. Das hat das Land NRW so verfügt. Für die konkrete Umsetzung mussten dann die Schulen sorgen. Das warf viele Fragen auf. Hier die Antworten, die das Ruhrtal-Gymnasium darauf fand:

? Wieso geht es am 26. Mai los?

Vorher haben die schriftlichen Abitur-Prüfungen Priorität. Am Brücken-Freitag nach Himmelfahrt war Mathe dran, am Montag, 25. Mai, dann als Letztes die Gesellschafts-Fächer.

? Und danach muss dann wer wieder in die Schule?

Am RTG die Einführungsstufe (Klasse 10) sowie der Jahrgang 9. „Da müssen ja noch Klassenarbeiten geschrieben werden“, erläutert Bärbel Eschmann. Vorgegeben ist vom Land: In allen Fächern mit Klassenarbeiten muss mindestens eine geschrieben sein. Das hatte aber vor der plötzlichen Schul-Schließung im März nicht überall hinhauen können. Immerhin die zweite Arbeit fällt in diesem Jahr weg.

? Warum gerade die 9er und 10er?

Im Gegensatz zu den unteren Klassen geht es für sie auch im Sommer 2020 darum, tatsächlich die Versetzung zu schaffen. In der Stufe 10 (EF) beginnt die Oberstufe an Gymnasien. Und nach der 10 folgen die beiden Jahre, in denen Punkte fürs Abitur gesammelt werden. Auch dorthin wird nicht jeder Schüler durchgewunken. Deshalb gehört die kommende Woche von Dienstag bis Freitag, 26. bis 29. Mai, den 9ern und 10ern.

Besprechung im Direktorenzimmer des RTG in Coronazeiten: Mit Mundschutz konferieren (v.l.) Schulleiterin Bärbel Eschmann, Biologie-Lehrerin Gabi Wolff und der stellvertretende Schulleiter Matthias Walter.

Besprechung im Direktorenzimmer des RTG in Coronazeiten: Mit Mundschutz konferieren (v.l.) Schulleiterin Bärbel Eschmann, Biologie-Lehrerin Gabi Wolff und der stellvertretende Schulleiter Matthias Walter. © Reinhard Schmitz


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? Und die Klassen 5 bis 8?

Für das RTG und übrigens auch das Friedrich-Bährens-Gymnasium gilt: Die Jüngeren kommen nach Pfingsten und tageweise. Für das RTG sagt Eschmann: Zwei Stufen pro Tag ist gerade eben machbar. Den Anfang am Mittwoch, 3. Juni, machen die 5er und 7er. Am Donnerstag kehren die 6er und 8er zurück, am Freitag wieder 5er und 7er, am Montag, 8. Juni, dann 6er und 8er. „Danach geht es aber nicht im selben Muster weiter“, erläutert Eschmann. Dann seien beispielsweise 11er und 8er dran. Und ab da wechsele es wirklich weiter durch.

? Wie viele Schultage hat dann jeder?

Bis zu den Sommerferien fünf.

? Alle Fächer?

Nein. Nur Deutsch, Mathe und Englisch. Selbst in den zweiten Fremdsprachen Französisch und Latein gibt es keinen Präsenzunterricht, da dort die Gruppen aus verschiedenen Klassen gemischt sind. Und das widerspricht dem Prinzip der aktuellen Aufteilung.

Getrennte Wege in Coronazeiten: Nur abwärts geht es im Haupttreppenhaus des RTG, während das Nebentreppenhaus genutzt wird, um die oberen Etagen zu erreichen.

Getrennte Wege in Coronazeiten: Nur abwärts geht es im Haupttreppenhaus des RTG, während das Nebentreppenhaus genutzt wird, um die oberen Etagen zu erreichen. © Reinhard Schmitz


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? Wieso? Wie sieht das aus?

Am RTG werden die 5er- und 6er-Klassen jeweils gedrittelt, die 7er- bis 9er-Klassen jeweils halbiert. Und nur in dieser Zusammensetzung wird unterrichtet.

? Wie lange?

Die Schüler haben Doppelstunden, also jeweils 90 Minuten Deutsch, Mathe und Englisch. Bedeutet vom Lehrer einer 5. Klasse aus gesehen: Er macht an einem Tag drei Mal dasselbe, nacheinander für jeweils ein Drittel seiner Klasse.
? Kommen und gehen die Schüler zeitversetzt, um sich nicht zu begegnen?
Das wäre praktisch, räumt Bärbel Eschmann ein, aber das lasse sich nicht umsetzen. Denn viele Schüler kämen mit Bussen, also zu festen Zeiten.

Spender für Desinfektionsmittel sind an den Eingängen zum RTG aufgestellt. Der Weg ist mit Aufklebern in zwei Laufrichtungen aufgeteilt, damit zu nahe Begegnungen in Coronazeiten ausgeschlossen werden.

Spender für Desinfektionsmittel sind an den Eingängen zum RTG aufgestellt. Der Weg ist mit Aufklebern in zwei Laufrichtungen aufgeteilt, damit zu nahe Begegnungen in Coronazeiten ausgeschlossen werden. © Reinhard Schmitz

? Wie will das RTG denn dann verhindern, dass sich die Schüler begegnen?

Etwa 150 Schüler seien gleichzeitig am Gymnasium, überschlägt Eschmann: „Jede Klasse bekommt einen Sammelpunkt auf dem Schulhof zugewiesen.“ Das werde der Basketballkorb sein oder das Tor oder ein anderer Ort. Von dort aus gehen die Gruppen mit dem Lehrer durch einen der beiden Eingänge vom Hof aus. „Der Haupteingang ist dann nur der Ausgang“, fügt Eschmann hinzu. Damit und mit versetzten Pausen müsse man sicherstellen, dass alle Schüler den Abstand hielten.

? Und das klappt?

Eschmann weiß auch, dass das von den Schülern selbst abhängt. In den Pausen wie auch mittags: „Dann werden alle gleichzeitig fertig. Das wird also spannend, wie das dann läuft.“

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