Planungen für Windindustrie laufen auf Sparflamme

In Ergste

Schwerters Bürger können, was die Ambitionen bei der Windindustrie angeht, aufatmen. Die Stadtwerke verfolgen ihr Projekt der Windkraftanlagen am Südrand Ergstes nicht wirklich weiter. Und jetzt will die Stadt den Plan der Vorrangfläche auf der Schälker Heide auch aufgegeben. Die Planer arbeiten auf Sparflamme.

ERGSTE

, 23.12.2016, 17:39 Uhr / Lesedauer: 2 min
Gegen Windkraft Aktion in Iserlohn

Gegen Windkraft Aktion in Iserlohn

2012 war die Debatte um die Windkraftanlagen aufgeflammt. Sechs Windräder wollten die Stadtwerke auf den Hügeln nahe Grürmannsheide an der Iserlohner Stadtgrenze errichten. 35 Millionen Kilowattstunden könne man so erzeugen, hieß es damals. Doch die Pläne erhielten schnell Gegenwind.

Der Stadtrat entschied sich deshalb, das Vorhaben nicht als Bauantrag durchzuwinken, sondern die Stadt auf eine geeignete Vorrangfläche für Windenergie untersuchen zu lassen. Dass es dabei am Ende erneut auf die Stadtgrenze nach Iserlohn hinauslaufen würde, galt als sicher.

Rechtslage hat sich geändert

Da das Ganze aber mit einer Änderung des Flächennutzungsplans einhergehen sollte, ging Zeit ins Land. Und zwar so viel Zeit, dass sich mittlerweile die Rechtslage geändert hat. Nach einigen Musterurteilen, habe der Bund reagiert, erläutert Stadtplaner Adrian Mork.

Die Länder können künftig selber Abstandsflächen zur Wohnbebauung und Auflagen des Naturschutzes selber definieren. Damit ist auch das Ende der Vorrangflächen für Windenergie eingeläutet und jeder Bau wird wieder zu einer Einzelentscheidung.

Vorrangflächen schließen Flächen für Windenergie aus

Hintergrund ist allerdings nicht die Sorge, dass man mit den Anlagen die Bürger zu sehr belasten würde, sondern eher das Gegenteil. Wenn es Vorrangflächen gebe, urteilte das Oberverwaltungsgericht NRW, dann schließe man große Flächen der Stadt ja für Windenergie aus. Und das würde dem Vorrang dieser Energiegewinnung entgegen laufen.

Grundsätzlich kommt die Stadt aber in einer Vorlage für den Umweltausschuss zu Einsicht, dass es in Schwerte keine optimalen Voraussetzungen für den Bau von Windenergieanlagen gebe, sodass die weitere Planung zu keinen praktikablen Ergebnissen käme.

Auch Windpark auf Schälker Heide 

Bei den Stadtwerken teilt man diese Auffassung nicht uneingeschränkt. „Wir arbeiten nicht gerade mit Hochdruck an diesem Thema, beobachten aber sehr genau, was Anbieter in Iserlohn machen“, erklärte Stadtwerkechef Michael Grüll gestern auf Anfrage.

Dort ist die Abo Wind, eine Entwicklergesellschaft aus Wiesbaden, immer noch dabei einen Windpark auf der Schälker Heide zu planen. Derzeit gibt sich Abo-Wind-Sprecher, Daniel Duben, aber auch eher bedeckt. „Wir halten das nach wie vor für ein interessantes Projekt und sind weiter am Ball“, erklärte er gestern auf Anfrage. Neues gebe es aber nicht.

Wirtschaftlichkeit ist Voraussetzung

Einen Grund, warum die Planung ins Stocken kam, lässt Grüll durchblicken. Man habe bislang noch keine Planung hinbekommen, für eine Anlage, die sich auch rechnen würde. Und die Wirtschaftlichkeit ist Grundvoraussetzung, um ab 2017 noch Fördermittel für Windkraftanlagen an Land zu erhalten.

Dass künftig ohne eine entsprechende Bauleitplanung eine Verspargelung der Landschaft zu befürchten sei, schließt Stadtplaner Mork für Schwerte aus. In der Vergangenheit habe es ohnehin kaum Anträge auf Baugenehmigungen für Windkraftanlagen gegeben.

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