Politiker wollen Radweg für die Hagener Straße – selbst wenn es Schwerte Geld kostet

Nach tödlichem Unfall

Was kann man an der Hagener Straße tun? Wie kann der Weg zwischen Wandhofen und Westhofen für Fußgänger und Radfahrer sicherer werden? Politiker und Stadt wollen rasch handeln.

Westhofen

, 20.11.2019, 14:37 Uhr / Lesedauer: 2 min
Politiker wollen Radweg für die Hagener Straße – selbst wenn es Schwerte Geld kostet

Selbst in der Dunkelheit zu erkennen: Würde die A45-Brücke über der Hagener Straße enger, wäre kaum noch Platz für Radfahrer und Fußgänger. © Björn Althoff

Der Antrag stand schon länger auf der Tagesordnung für den Ausschuss für Stadtentwicklung am Dienstagabend. Nach dem tödlichen Unfall am Samstagabend erhielt er aber eine traurige Aktualität. Ein 77-jähriger Fußgänger, der offenbar von Westhofen in Richtung Stadtmitte unterwegs war, wurde in der Dunkelheit angefahren und hatte keine Überlebenschance.

Doch nicht nur nachts und am Wochenende ist es für Nicht-Autofahrer an der Hagener Straße gefährlich. Die SPD zielte in ihrem Antrag vor allem auf Radfahrer ab. Wie könne dort ein Radweg entstehen, „insbesondere für die Schüler an weiterführenden Schulen“? Das solle man im Rathaus prüfen und sich dann mit dem Landesbetrieb Straßen.NRW abstimmen.

Zuständig für die Hagener Straße ist eigentlich das Land NRW

Denn allein darf die Stadt dort nichts planen oder verändern. Die Hagener Straße ist eine Landesstraße. Straßen.NRW hat dort also ebenso die Hoheit wie bei Bundesstraßen oder Autobahnen.

Heinz Haggeney (SPD) erläuterte, warum die Zeit dränge: Straßen.NRW plane gerade jetzt die A45 neu. Und eine Brücke führe eben über die Hagener Straße. Die Sorge, die man habe, so Haggeney: dass die neue Brücke zu schmal werde, als dass noch ein Radweg Platz hätte.

Haggeney untermauerte: „Wir wissen, es ist eine Landstraße. Aber es ist ein Projekt, das aus Sicherheitsgründen absolut notwendig ist. Deshalb müssen wir es im Zweifelsfall selbst in die Hand nehmen.“

Soll heißen: Lieber soll die Stadt selbst Geld für die Planung eines straßenbegleitenden Radwegs ausgeben, als dass man sich auf Straßen.NRW verließe und die Chance so vielleicht verstreichen ließe.

50.000 Euro allein für die Planung

Und wie viel Geld solle man veranschlagen im Haushalt 2020, wollte Schwertes Stadtplaner Christian Vöcks von der SPD wissen. Um dann selbst mit 50.000 Euro eine realistische Größenordnung zu nennen - allein für die Planung. In der Hoffnung, dass man das Geld refinanziert bekomme, dass es also gewissermaßen vom Land erstattet werde.

Vöcks verdeutlichte allerdings auch direkt: Wenn es um Bundesstraßen gehe, sei ein solcher Vorstoß als Stadt erfolgversprechender als bei Landesstraßen.

„Vielleicht ist ja in dem Punkt die Kreativität der Kämmerei gefordert“, fasste der Vorsitzende des Ausschusses, Marco Kordt (CDU), die Diskussion zusammen. Letzten Endes gab es einen einstimmigen Beschluss: Man wolle einen von der Straße getrennten Radweg an der Hagener Straße.

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