Polizei im Kreis Unna warnt: Mehr Pedelec-Unfälle

Gefahren im Straßenverkehr

Sie werden immer beliebter: elektrisch betriebene Fahrräder. Auch bei den Touren des ADFC Schwerte sind immer mehr Pedelec-Fahrer dabei. Das birgt Gefahren, wie die Unfallstatistik zeigt.

Schwerte

, 08.11.2017, 15:07 Uhr / Lesedauer: 2 min
In und um Schwerte sind immer mehr Radfahrer auf Pedelecs unterwegs.

In und um Schwerte sind immer mehr Radfahrer auf Pedelecs unterwegs. © Bernd Paulitschke

Wie das Innenministerium jetzt feststellte, steigt die Zahl der Unfälle mit Pedelecs stetig an. Nachdem im vergangenen Jahr mit 1070 Pedelec-Unfällen schon ein Spitzenwert erreicht wurde, zeichnet sich im laufenden Jahr ein weiterer Anstieg ab.

Hohe Unfallgefahr beschäftigt Polizei im Kreis Unna

„Die hohe Unfallgefahr der E-Bikes ist auch bei uns ein Thema“, sagt Ute Hellmann, Pressesprecherin der Kreispolizei, auf Anfrage. Autofahrer unterschätzten häufig die Geschwindigkeit der mit Elektromotor angetriebenen Fahrräder.

Dadurch komme es insbesondere beim Abbiegen häufig zu Verkehrsunfällen. „Der abbiegende Autofahrer denkt, er schaffe das locker vor dem Fahrradfahrer. Dieser ist dann aber dank des Elektromotors schneller als gedacht“, stellt sie fest. „Man sieht den Akku und den Motor von Weitem ja auch nicht“, so Hellmann.

Mehr verunglückte Pedelec-Fahrer bei Unfällen

Laut der polizeilichen Erhebung ist die Zahl der tödlichen Unfälle mit Pedelec-Fahrern kreisweit zwar nicht gestiegen, aber die Zahl der Verunglückten ging von vier in 2013 auf 14 in 2016 in die Höhe. In diesem Jahr registrierten die Beamten von Januar bis September 12 Unfallopfer.

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Fahrradfahrern, die auf ein Pedelec umsteigen, empfiehlt die Polizei ein Fahrsicherheitstraining. „Gerade wenn man ein unerfahrener Radfahrer ist, macht das Sinn. Aber auch für erfahrene Radler kann das sinnvoll sein, weil sich die Geschwindigkeit beim Antritt von einem Rad ohne UntersPolizei im Kreis Unna warnt: Mehr Pedelec-Unfälletützung unterscheidet“, so Hellmann.

ADFC Schwerte bislang ohne Probleme mit Pedelecs

Sicherheitsprobleme mit unerfahrenen Pedelec-Fahrern hat der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) in Schwerte bislang nicht gemacht: „Die Teilnehmer bei uns können mit den Pedelecs umgehen. Die meisten sind erfahrene Radfahrer, die wissen, wie man sich im Verkehr mit einem Rad verhält“, sagt Monika Rosenthal, Sprecherin der Ortsgruppe. Und denen bereite der Umstieg auf ein Pedelec keine Probleme.

Der Trend hin zur elektrischen Unterstützung bestätigt sich auch in der Ruhrstadt: „Es werden immer mehr Pedelec-Fahrer. Der Altersdurchschnitt bei unseren Touren liegt im Bereich Ü60. Wir fahren ja Touren bis zu 120 Kilometer Länge, diese Distanzen schaffen viele dann doch mit elektrischer Unterstützung besser“, so Rosenthal.

Bei geführten Fahrradtouren eher langsam unterwegs

Bei den Touren schöpft der ADFC Schwerte die Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h, bis zu denen der Pedelec-Motor beim Fahren unterstützt, allerdings nicht aus. „Es wird nur so schnell gefahren, wie der Langsamste unterwegs ist.“ Die Durchschnittsgeschwindigkeit schätzt Rosenthal auf 15 km/h.

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