Probleme mit der Stadtpark-Szene in Schwerte? Was besser geworden ist - und was noch fehlt

mlzNeue Trinker-Bänke

Probleme im Stadtpark in Schwerte? Zwischen der Szene und anderen Besuchern? Anwohner, Sozialarbeiter und Eltern der benachbarten Grundschule sagen: Es wird besser. Manches aber fehle noch.

Schwerte

, 26.09.2019, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Neue Bänke - und alles wird gut? Viele, die sich am Mittwochnachmittag im Stadtpark getroffen haben, sind genau dieser Meinung. Bis vor einigen Wochen standen die Bänke zwischen dem Hauptweg und der Friedrich-Kayser-Schule (FKS). Darauf saßen Menschen, die tagsüber tranken und die Flüssigkeit anschließend auch irgendwo wieder loswerden mussten. Häufiger eben auch in Sichtweite der Grundschüler.

Die wünschten sich einerseits einen höheren Zaun, der bald errichtet werden soll. Andererseits verschwanden die Bänke aus dem vorderen Bereich des Stadtparks, wohingegen weiter hinten - in Höhe des Rathauses am Stadtpark - zwei Sitzgruppen mit Tischen und Mülleimern aufgestellt wurden. Einige Meter entfernt vom Hauptweg.

Dort saßen auch am Mittwoch einige aus der Szene, während auf Initiative der CDU an der zentralen Stadtpark-Kreuzung Anwohner, Politiker, Sozialarbeiter, Grundschul-Eltern und Bewohner des Seniorenheims nebenan zusammenkamen. Die wichtige Fragen dabei: Wie läuft es? Gibt es Probleme - und falls ja: wo und wie? Ist die Situation zuletzt besser oder schlechter geworden?

Probleme mit der Stadtpark-Szene in Schwerte? Was besser geworden ist - und was noch fehlt

Wie läuft es im Stadtpark? Was lässt sich verbessern? Auf Initiative der CDU trafen sich Anwohner, Sozialarbeiter, Politiker und Eltern vor Ort. © Björn Althoff

Eindeutig besser - das fanden nicht nur Moderatorin Bianca Dausend und die Sozialarbeiter vom Verein für Soziale Integrationshilfen (VSI). Das bestätigen auch die Anwohner. „Da passiert nichts - und es ist zuletzt sogar wieder deutlich leiser geworden“, sagte eine Frau, die nebenan und im Erdgeschoss wohnt. Bedrohliche Situationen? Gebe es nicht, pflichtete ein anderer Anwohner bei.

Auch der FKS-Elternpflegschaftsvorsitzende Stefan Simon unterstrich: „Es ist eine richtig schöne Anlage geworden - und das mit einem angenehmen Miteinander.“ Unschöne Szenen, die die Grundschüler mitansehen müssten, gebe es so gut wie nicht mehr.

? Gibt es dennoch etwas, das die Anwohner stört?

Der vordere Teil zur Bahnhofstraße hin werde gut gepflegt, der hintere in Richtung Beckestraße aber nicht, ärgerte sich Emmi Beck, die im Haus am Stadtpark wohnt: „Da hat das keinen Parkcharakter mehr.“

? Wem gehört der Stadtpark eigentlich?

Momentan immer noch der evangelischen und katholischen Kirchengemeinden - hier war einst ein Friedhof. Auf die Frage eines Anwohners hin, wann sich das ändert, drucksten die Politiker herum. Sicher bald, hieß es. Aber mehr dürfe niemand sagen, da die Verhandlungen zwischen Stadt und Kirchen nicht-öffentlich stattfinden und somit alle zur Verschwiegenheit verpflichtet seien.

Probleme mit der Stadtpark-Szene in Schwerte? Was besser geworden ist - und was noch fehlt

Hier stand mal eine Bank - zum Ärger der Grundschüler. © Björn Althoff

? Was stört die Verantwortlichen an der Grundschule?

Die Tagsüber-Klientel im Stadtpark selbst nicht mehr so. Eher die großen Gruppen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die sich nachmittags und abends auf dem Schulhof breitmachten, unterstrich Stefan Simon. Da würden Beschwerden bei der Polizei oder beim Kommunalen Ordnungsdienst der Stadt auch nicht wirklich und schnell helfen. Und dass sich eine Schulleiterin alleine solch einer großen Jugendgruppe entgegenstelle - das könne man ja nicht ernsthaft erwarten.
Sozialarbeiter Peter Blaschke antwortete, man habe das im Blick - und es freue ihn „die Differenzierung“ zwischen den einzelnen Gruppen, die sich im oder am Stadtpark träfen. Aber man müsse sich „natürlich auch fragen: Wo können die sich denn ansonsten treffen?“ Auf Schulhöfe dürften sie nicht, auf Spielplätze nicht mehr - da bleibe in Schwerte nicht viel.

? Was stört die Sozialarbeiter ansonsten?

Abgesehen von der einen oder anderen finanziellen Unterstützung bei kleineren Dingen, sei es vor allem eins, so Gabi Raape vom VSI: eine Möglichkeit, sich bei Regen unterstellen zu können, vielleicht ein kleines Sonnensegel. Die CDU-Politiker signalisierten: bitte in solchen Fällen einfach mit konkreten Anfragen und Summen melden, man gehe gerade ohnehin in die Beratungen für den städtischen Haushalt 2020.
CDU-Fraktionsvorsitzender Marco Kordt machte deutlich: „Es ist doch paradox: Auf der einen Seite werden viele Millionen für einen Sportplatz ausgegeben - und woanders fehlen 500 Euro. Hier haben wir es tatsächlich mit Menschen zu tun, das vergisst der eine oder andere in seinem Größenwahn.“

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