Prozessauftakt: Schwerter soll Frau verbrannt haben

In Süddeutschland

Grausam und heimtückisch soll ein 54-jähriger Mann aus Schwerte seine frühere Partnerin ermordet haben. Der tödliche Brandanschlag fand in Göppingen in Süddeutschland statt. Der Fall wird nun vor dem Landgericht in Ulm verhandelt.

GÖPPINGEN/SCHWERTE

von Von Karin Tutas

, 03.09.2014, 18:16 Uhr / Lesedauer: 2 min
Neben diesem ausgebrannten Auto in Göppingen fanden die Polizeibeamten den leblosen Körper einer 46-jährigen Frau. Ein 53-jähriger Mann aus Schwerte muss sich vor Gericht verantworten.

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Der hagere Mann wirkt unsicher, als er den Gerichtssaal betritt. Als Staatsanwältin Gabriela Stuhler die Anklageschrift verliest, schlägt er die Hände vors Gesicht. Die Staatsanwaltschaft legt dem 54-Jährigen, der zuletzt in einer Kreisgemeinde gelebt hat, zur Last, dass er seine frühere Lebensgefährtin grausam und heimtückisch getötet hat. Die Frau hatte sich Ende 2013 nach knapp einjähriger Beziehung von ihrem Freund getrennt. Damit, so die Staatsanwältin, habe er sich nicht abfinden können. Er habe die 46-Jährige beobachtet, verfolgt und bedroht. Mehrmals war die Frau deshalb bei der Polizei vorstellig geworden. Nachdem er sie am 3. Januar in seine Gewalt gebracht und mit einem Messer bedroht hatte, wurde ein Annäherungsverbot erlassen, an das sich der Mann jedoch nicht gehalten habe.

Laut Anklage hatte der Beschuldigte am 1. Februar mehrfach versucht, seine Ex-Partnerin telefonisch zu erreichen. Spätestens nachdem er bei einem Rückruf von ihr erfahren habe, dass sie an diesem Abend mit Bekannten ausgehen wollte, habe er den Entschluss zu der Tat gefasst. Er sei zur Wohnung der Frau gefahren und habe ihr mit zwei mit Benzin gefüllte Weinflaschen aufgelauert. Als die 46-Jährige das Gebäude verließ, habe er sie unter einem Vorwand zu seinem Fahrzeug gelockt. Dort, so die Staatsanwältin, packte er die Frau und drückte sie gegen die Beifahrerseite und übergoss sein völlig überraschtes Opfer mit Benzin, das er sofort anzündete. Die Frau habe noch versucht wegzurennen, sei aber nach einigen Metern zu Boden gegangen und gestorben.

Die grausige Tat hat in der Familie und im Umfeld des Opfers für Entsetzen gesorgt. „Wir sind alle extrem belastet“, erklärt der frühere Ehemann der 46-Jährigen, der wie auch die 23 und 29 Jahre alten Töchter des früheren Ehepaares den Auftakt des Prozesses verfolgt. Als der Angeklagte im Gerichtssaal erscheint, halten sich die jungen Frauen, die als Nebenklägerinnen auftreten, fest an den Händen. Der Angeklagte schweigt bislang. Er werde keine Angaben machen, erklärte sein Verteidiger Rudi Mannl. Das Gericht muss die Umstände der Tat deshalb in mühsamer Kleinarbeit zusammenpuzzeln. An den acht Verhandlungstagen wird die Kammer 89 Zeugen und zwei Sachverständige hören. Darunter auch Ex-Partnerinnen des Angeklagten, wie seine Ex-Frau aus Schwerte. Sie hatte er 1989 nach der Trennung erst mit einem Messer verletzt und später überfallen und vergewaltigt.

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