Radlerherberge in Schwerte-Ergste eröffnet

Ehemaliges Pfarrhaus

Ein warmes Plätzchen nach einer langen, anstrengenden Tour: Den Wunsch vieler, die über den Ruhrtalradweg radeln, nach einer Bleibe über Nacht hat Saskia Heller gemeinsam mit ihrem Ehemann, Detlef Eimertenbrink, erfüllt. Am Neujahrstag hat die 41-Jährige das „Alte Pfarrhaus“ am Lindenufer 6 in Ergste eröffnet.

ERGSTE

, 06.01.2016, 05:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das ehemalige Pfarrhaus, unweit entfernt vom Ruhrtalradweg, ist in der umliegenden grünen Landschaft ein idyllischer, für viele vertrauter Ort. Vor den minzgrünen Scheunentoren des Hauses steht ein riesengroßer, alter Walnussbaum. „Der ist bestimmt schon so alt wie das Haus“, sagt Eimertenbrink und schätzt das Alter des Baumes auf gut 200 Jahre. Das Haus selbst wurde im Jahre 1772 gebaut. Der kalte Januar-Wind bläst kräftig, die Temperaturen laden momentan gewiss nicht dazu ein, draußen zu verweilen.

Rustikale Einrichtung sorgt für urige Atmosphäre

Im „Alten Pfarrhaus“ ist es dagegen schon gemütlicher. Die rustikale Einrichtung sorgt für eine urige Atmosphäre. Alltagsstress? Schnell vergessen. „Kein Schnickschnack. Hier kann man sich außerhalb des Trubels wohlfühlen“, sagt Saskia Heller und beschreibt die Einrichtung der Räume. Drei Gästezimmer, zwei Aufenthaltsräume und eine Küche zur Selbstverpflegung – das alles bietet das Ehepaar auf knapp 200 Quadratmetern in seinem Gästehaus an. Die Zeit scheint zumindest in diesen vier Wänden stehen geblieben zu sein. Einzig der Flachbildschirmfernseher in einem der beiden Aufenthaltsräume sticht aus der sonst altertümlichen Einrichtung heraus.

Haus diente als Gemeindebüro und Pfarrhaus

Jahrelang diente das Haus als Gemeindebüro und Pfarrhaus der Evangelischen Kirchengemeinde, ehe das Erdgeschoss vor Jahren zu einer Radlerherberge umfunktioniert wurde. Radfahrer, aber auch Wanderer und Reisende übernachteten regelmäßig in der Herberge. Heller und Eimertenbrink sind im Jahre 2012 nach Ergste gezogen, wohnen aktuell im ersten Stock des Gästehauses.

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So sieht es in der neuen Schwerter Radlerherberge aus

Saskia Heller und ihr Ehemann, Detlef Eimertenbrink, haben am Neujahrstag das „Alte Pfarrhaus“ am Lindenufer 6 in Ergste eröffnet. „Kein Schnickschnack. Hier kann man sich außerhalb des Trubels wohlfühlen“, sagt Heller.
05.01.2016
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Saskia Heller und ihr Ehemann, Detlef Eimertenbrink, haben die Herberge eröffnet.© Foto: Bernd Paulitschke
Die Radlerherberge in Ergste.© Foto: Bernd Paulitschke
Die Radlerherberge in Ergste.© Foto: Bernd Paulitschke
Die Radlerherberge in Ergste.© Foto: Bernd Paulitschke
Die Radlerherberge in Ergste.© Foto: Bernd Paulitschke
Die Radlerherberge in Ergste.© Foto: Bernd Paulitschke
Die Radlerherberge in Ergste.© Foto: Bernd Paulitschke
Die Radlerherberge in Ergste.© Foto: Bernd Paulitschke
Die Radlerherberge in Ergste.© Foto: Bernd Paulitschke
Die Radlerherberge in Ergste.© Foto: Bernd Paulitschke
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„Wir haben die Radlerherberge bereits für zehn Monate betreut, nachdem wir hierher gezogen sind“, sagt Saskia Heller. Zuletzt war das Haus an die Arbeiterwohlfahrt (AWO) vermietet. Die AWO entschloss sich im Oktober 2013 dann aber dazu, sich zurückzuziehen. Die Herberge wurde geschlossen, das Gebäude stand danach bis Ende vergangenen Jahres leer, da der Mietvertrag der AWO erst am 31. Dezember endete.

„Wir wollen hier Leben reinkriegen“

Bereits im Februar des Vorjahres entschlossen sich Heller und Eimertenbrink dazu, das Gästehaus zu übernehmen und neu aufleben zu lassen. Das Ehepaar stellte bei der Stadt einen Antrag, das Gebäude gewerblich nutzen zu wollen. „Wir wollen hier Leben reinkriegen. Radfahrer, aber auch jeder Tourist und kleine Kinder sowie Tiere sind willkommen“, sagt Heller. Bis Ende 2015 mussten Heller und Eimertenbrink auf die Genehmigung aber warten

Renoviert und grundgereinigt

Erst im November habe es von der Stadt grünes Licht gegeben. Dann ging alles ganz schnell. Große Modernisierungen blieben aus. „Wir haben ein wenig die Räume renoviert und grundgereinigt“, sagt Eimertenbrink. Am 1. Januar wurde das Gästehaus eröffnet. Gäste kamen bisher noch nicht. „Wir haben aber schon Buchungen für den Februar, es läuft langsam an“, berichtet Eimertenbrink.

In der Vergangenheit war es so, dass sich die Gäste in der Küche eigenständig verpflegen konnten. Das wird vorerst auch so bleiben, könnte sich aber im kommenden Jahr ändern. „Wir planen, eine Art Bauerncafé einzurichten. Dann würden wir auch Waffeln, Kaffee und Kuchen anbieten“, sagt Heller. Bis dahin hofft das Ehepaar auf viele Gäste.  

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