Ratsvertreter weisen Mitverantwortung von sich

Sportplatzaffäre

SCHWERTE Die Schuld an den Missständen beim Bau der multifunktionalen Sportanlage Westhofen tragen alleine Verwaltung und der Verein für Integrationssport. Das meint zumindest SCD-Fraktionschef Hubert Sieweke.

von Von Heiko Mühlbauer

, 03.10.2009, 07:05 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Rasenplatz ist nicht mehr bespielbar.

Der Rasenplatz ist nicht mehr bespielbar.

Wenn Stadtsprecher Carsten Morgenthal jetzt in seiner Stellungnahme in den Ruhr Nachrichten auf eine Mitschuld des Rates verweise, dann wolle er damit wohl nur die Fehler der Verwaltung kaschieren. Denn die habe die Wahrheit nur scheibchenweise ans Licht gelassen. So habe der Finanzausschuss zwar einer Bürgschaft über 100.000 Euro für den Verein zugestimmt. Das aber nur, weil die Verwaltung die Übernahme empfohlen hatte. „Warum empfiehlt die Verwaltung das, wenn schon klar war, dass der Verein den Kredit nicht zahlen kann“, fragt sich Sieweke.

Außerdem habe die Verwaltung weiterhin Geld für die Platzpflege an den VfI überwiesen, obwohl man bereits öffentlich erklärt hatte, dass dies ohne nachvollziehbare Verwendungsnachweise nicht mehr möglich sei. „In allen Vorträgen in dieser Sache im Ausschuss und im Rat wurden uns seitens des Rechtsamtes schlecht recherchierte und teilweise skizzenhafte Fakten dargestellt“, so Sieweke.

Dass allerdings nicht alle Ratsmitglieder immer so gedacht haben, muss auch Sieweke einräumen. Schließlich hatten vor allem in der Anfangsphase viele Politiker in Sachen VfI Druck auf die Verwaltung ausgeübt. Auch als immer klarer wurde, dass beim Verein einiges schief lief, hatten sich vor allem Fraktionsmitglieder der SPD vor den Verein gestellt. „Warum man damals die Bürgschaft empfohlen hat, kann ich heute nicht nachvollziehen,“ so Carsten Morgenthal, Stadtsprecher und Leiter der Rechtsverwaltung. Wenn es um die finanziellen Verluste gehe, habe man dem Rat ja zeitig den Vorschlag gemacht, sich mit dem VfI zu einigen und im sich im Gegenzug dessen Forderungsrechte übertragen zu lassen. Das sei aber mehrheitlich abgelehnt worden.

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