Rehkitz wurde von Mäh-Maschine getötet

Anwohner geschockt

Traurig blicken Sophie (10) und ihre Schwester Pauline (4) auf die Wiese hinter dem Hanseweg in Schwerte. Das junge Reh, das sie immer von ihrem Garten aus beobachtet haben, ist tot. "Das Kitz wurde Opfer der Mäharbeiten", klagt Mutter Susanne Krömer-Rothe. Es sei von der Mäh-Maschine eines Landwirts erfasst worden.

SCHWERTE

, 17.06.2014, 19:29 Uhr / Lesedauer: 1 min

„Normalerweise hätte der Bauer den Jagdberechtigten informieren können, damit er die Wiese nach einem Kitz absucht“, sagt Jendrusch. Dieses Vorgehen empfiehlt der Landwirtschaftliche Ortsverein auch seinen Mitgliedern, wie Vorsitzender Bernd Schulte betont. Dann könnten vorher Ultraschallpiepser oder rot-weiße Signalfahnen aufgestellt werden, um die Ricke zu veranlassen, den Bereich mit ihrem Kitz zu verlassen. Wenn das junge Reh aber noch sehr klein sei und noch nicht laufen könne, helfe diese Maßnahme aber nicht. Es könne aber auch sein, dass der Jäger manchmal schlichtweg nicht zu erreichen sei, wenn das Wetter günstig zum Mähen sei: „Manchmal entscheidet man innerhalb von Stunden.“

Dieser Schnitt müsse auf dem Grünland am Hanseweg einmal im Jahr ab Mitte Juni vorgenommen werden, erklärt Ralf Grobe, Geschäftsführer der Gemeinnützigen Wohnungsbau-Genossenschaft (GWG). Das Grundstück ist als ökologische Ausgleichsfläche für das Neubaugebiet am Alten Dortmunder Weg festgeschrieben. Als sogenannter Magerrasen soll es Insekten und anderen Tieren einen Lebensraum bieten: „Sonst gibt es Wildwuchs.“ Um die Sensibilität für das Problem zu schärfen, hat Anwohnerin Susanne Krömer-Rothe den Vorfall der Polizei gemeldet. „Wir prüfen, ob es eine Straftat nach dem Tierschutzgesetz ist“, kündigte Polizeisprecherin Ute Hellmann an. Die könne vorliegen, wenn ein Landwirt vorsätzlich mit dem Mäher losfahre, obwohl er wisse, dass ein Wirbeltier in der Wiese liege.

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