Rettungsübung wegen Ernstfall abgebrochen

Feuerwehr sauste vom Bahnhof zur Autobahn

Als die Feuerwehr am Bahnhof einen Einsatz im Gleis übte, holte die Wirklichkeit sie ein: Sie musste die Übung abbrechen und sich um die Folgen eines Verkehrsunfalls auf der A45 kümmern. Dort gab es echte Verletzte, nicht nur mit Theaterblut geschminkte Statisten.

SCHWERTE

, 26.11.2017, 13:46 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Feuerwehrleute konnten erst ins Gleisbett, nachdem die Hochspannungsleitung abgeschaltet und geerdet worden war. Foto: Manuela Schwerte

Die Feuerwehrleute konnten erst ins Gleisbett, nachdem die Hochspannungsleitung abgeschaltet und geerdet worden war. Foto: Manuela Schwerte © Foto: Manuela Schwerte

Ein Großaufgebot von Rettungskräften erreichte am Samstagabend um 20 Uhr den Schwerter Bahnhof. 32 Feuerwehrleute der Löschzüge Mitte, Westhofen und der Hauptamtlichen Wache waren alarmiert. Die Szenerie am Einsatzort: Ein Zug hat einen Bagger gerammt, Baggerfahrer und Passagiere sind verletzt. Ihren Adrenalinpegel konnten die Rettungskräfte vor Ort wieder runterschrauben, denn es war eine gemeinsame Übung der Schwerter Feuerwehr und der Deutschen Bahn. Dann allerdings gab es plötzlich doch noch einen echten Einsatz.

Meldekette testen


„Bei der Übung ging es da-rum, die Meldekette zu testen“, erklärte Wilhelm Müller, Leiter der Feuerwehrwache am Sonntag. Im Normalfall melde der Zugführer den Unfall der Bahn, die wiederum die Leitstelle der Feuerwehr alarmiere. Bevor die Feuerwehrleute das Gleisbett betreten können, muss der Unfallmanager der Bahn dafür sorgen, dass die Hochspannungsleitung mit 15.000 Volt abgeschaltet und geerdet wird. Erst dann konnten am Samstag die Retter den Unfallort betreten. Zügig bargen die Feuerwehrleute den Baggerfahrer, einen mit Theaterblut geschminkten Statisten, als plötzlich ein wirklicher Notfall eintrat.

Der echte Alarm ging vor


Die Schwerter Wehr musste zu einem Unfall auf der A45 ausrücken und am Bahnhof alles stehen und liegen lassen. Kurz vor der Lennetalbrücke in Fahrtrichtung Frankfurt waren zwei Autos kollidiert, wobei drei Menschen verletzt worden waren. Außer den an der Übung beteiligten Feuerwehrleuten eilte auch der Löschzug Ergste zur Unfallstelle. Die Übung am Bahnhof wurde augenblicklich abgebrochen.

Wilhelm Müller nahm es gelassen: „Was sich gezeigt hat, die Meldekette hat zu 100 Prozent funktioniert, das war das Wichtigste.“ Die Feuerwehr werde ihre enge Zusammenarbeit mit der Bahn fortsetzen. Bereits vor zwei Jahren gab es eine gemeinsame Übung im Eisenbahntunnel unter dem Schwerter Wald. Jetzt die Übung im Bahnhof, die sich aufgrund der Bauarbeiten dort anbot. Und auch für 2018 sei eine weitere Übung geplant, so Müller.

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