Flutopfer

Richtig spenden für Flutopfer – Verbraucherzentrale rät zur Vorsicht

Angesichts der Bilder aus den Hochwassergebieten wollen viele Menschen derzeit mit Spenden helfen. Die Verbraucherzentrale gibt Tipps, wie das Geld bei den Opfern auch richtig ankommt.
Heftige Regenfälle haben für Schlammlawinen und Überflutungen gesorgt. Viele Betroffene sind jetzt auf Schlafplätze und Spenden angewiesen. © picture alliance/dpa

Die Flut hat Todesopfer gefordert, Existenzen wurden zerstört, die Bilder der Zerstörung reißen nicht ab. Viele sind erschüttert angesichts der Not und Verzweiflung in den von Überschwemmungen betroffenen Gebieten und wollen helfen – mit Kleidung, mit Lebensmitteln oder auch mit einer Geldspende.

Doch wer helfen möchte, sollte seine Spende nicht allzu leichtgläubig verteilen, mahnt die Beratungsstelle Schwerte der Verbraucherzentrale NRW.

Keine unbedachten Spendenabgaben

„Nicht jede Organisation, die verspricht mit den Euros Gutes für die Betroffenen zu bewirken, ist so seriös, wie sie sich gibt“, heißt es. „Wer spendet, sollte auch bei wohltätigen Projekten wissen, was mit dem Geld passiert.“ Ob eine Organisation mit Spendengeldern solide umgehe und sich auch offen in die Karten gucken lässt, sind nur zwei von einer Handvoll weiterer Kriterien, auf die es zu achten gelte.

Zunächst rät die Verbraucherzentrale, sich nicht zu unbedachten Spendenabgaben an der eigenen Haustür drängen zu lassen. Wer eine Organisation nicht kenne, sollte sich Informationsmaterialien und Überweisungsträger geben lassen und die Entscheidung in Ruhe überdenken. „Wer seriös agiert, offenbart zudem in seinem Geschäftsbericht, wofür das Geld aus Spenden oder Mitgliedsbeiträgen ausgegeben wird“, so die Verbraucherzentrale.

„Dort sollte klar stehen, wie viel in Verwaltung und Werbung fließt und dass der größte Batzen für den guten Zweck verwendet wird.“

DZI vergibt Spenden-Siegel

Auch vor voreiligen Spendenübergaben im Internet warnt die Verbraucherzentrale. Eine eigene professionelle Homepage zur Spendenwerbung sei kein Indiz für Glaubwürdigkeit. Um hinter die Kulissen zu blicken, sollte auch auf den Ansprechpartner und die Adresse im Impressum geachtet werden.

Wer Zweifel an der Seriosität hege, sollte um Informationen bitten und sich mithilfe anderer Quellen erkundigen. Ähnliches zähle für Spendenaufrufe in den sozialen Medien: „Dort tummeln sich in Krisenzeiten etliche Organisationen, Vereine, aber auch Shops oder einzelne Personen, die vorgeben, sich für die Betroffenen zu engagieren.“

Abhilfe könne das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (kurz: DZI) schaffen. Das Institut vergibt förderungswürdigen Organisationen auf Basis einer jährlichen Prüfung sogenannten Spenden-Siegel. Derzeit dürfen sich rund 230 Organisationen mit dem Siegel schmücken. Geprüft werden dabei allerdings nur Hilfswerke, die mindestens zwei Jahre tätig seien, eine bestimmte Gesamteinnahmen pro Jahr einfahren und sich für die Prüfung angemeldet haben.

Fehle ein Verein in der DZI-Liste sei er nicht zwangsläufig unseriös. Trägt ein Verein, das Siegel sei hingegen garantiert, dass das Geld auch für gute Zwecke verwendet wird.

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