Ruhrakademie: Sylvia Nitsch hat sich erst spät zu einem Studium entschlossen

SCHWERTE Viele Dozenten sind in ihrem Alter. Die Kommilitonen dagegen rund 20 Jahre jünger. Kein Wunder, dass Sylvia Nitsch an der Ruhrakademie anfangs nur gesiezt wurde.

von Von Nicole Giese

, 24.03.2009, 07:09 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ruhrakademie: Sylvia Nitsch hat sich erst spät zu einem Studium entschlossen

Sylvia Nitsch (r.) mit Kommilitonin Nicole Schmidtke in der Institutsbibliothek.

Eigentlich ist Sylvia Nitsch gelernte Krankenschwester. Fast zwanzig Jahre übte sie den Beruf aus. "Eigentlich wäre ich viel lieber Restauratorin geworden", erzählt sie – doch die Eltern äußerten Bedenken. Als die Unzufriedenheit in ihrem Job immer größer wurde, kündigte Sylvia Nitsch. "Wir hatten viel zu wenig Zeit für die Patienten." Sie konzentrierte sich auf den Haushalt, unterstütze ihren Mann in seinem Beruf, kümmerte sich um die beiden Söhne. Und eröffnete nebenbei eine kleine Werkstatt für Bilderrahmen. "Das Interesse an Kunst war immer da." So hatte sie auch gleich eine Mappe zur Hand, als sie sich 2004 an der Ruhrakademie vorstellte – eine Woche vor Semesterbeginn. In der Zeitung hatte sie von dem Lehrinstitut gelesen.

"Ich habe noch nie so toll gelernt wie hier", zeigte sie allen, dass sie es mit ihrem Kommunikationsdesign-Studium ernst meint. Die Diplomarbeit mit Kommilitonin Nicole Schmidtke ist der gedruckte Beweis. Bewerbungen hat Sylvia Nitsch noch nicht geschrieben. "Ich wünsche mir einen ruhigen Sommer", freut sie sich auf die Zeit ohne Studium. Danach will sie ein Praktikum machen. Dass sie mit Abstand die älteste Praktikantin sein wird – daran hat sie sich gewöhnt.

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