Russische Kinder erholen sich in Westhofen

WESTHOFEN Es ist ein verregneter Nachmittag. Im Naturfreundehaus am Ebberg geht die Pause zu Ende. Dorothea Graf, stellvertretende Vorsitzende der Naturfreunde in Hamm, nimmt einen letzten Schluck aus ihrem Becher. Nebenan warten die Kinder, zusammen mit RN-Reporterin Hilke Schwidder.

von von Hilke Schwidder

, 11.07.2008, 18:18 Uhr / Lesedauer: 2 min
Gute Stimmung: Die weißrussischen und deutschen Kinder lernen sich sehr gut kennen. Viele wollen auch nach der Freizeit den Kontakt halten.

Gute Stimmung: Die weißrussischen und deutschen Kinder lernen sich sehr gut kennen. Viele wollen auch nach der Freizeit den Kontakt halten.

Ihre Miene sieht zufrieden aus. Denn das ist ihr wichtig: Die Gruppe soll zusammenwachsen. Dorothea Grafs Ferien gelten den 36 Kindern auf Freizeit. Jedes zweite Jahr ist das so. Dann laden die Naturfreunde Jungen und Mädchen aus dem Dorf Gorotschitschi im Südosten Weißrusslands ein. Im Haus am Ebberg sollen sie sich erholen von der schädlichen Strahlung zu Hause. Gorotschitschi liegt in der Nähe von Tschernobyl. „Für viele Menschen ist das zu weit weg.“ Karl-Heinz Wolters, Vorsitzender der Naturfreunde in Hamm, hebt die Augenbrauen. 22 Jahre sind seit der Tschernobyl-Katastrophe vergangen.

In Deutschland hätten das viele Bürger schon wieder vergessen, sagt Karl-Heinz Wolters. Doch in Gorotschitschi ist die radioaktive Strahlung noch immer da. Und macht die Menschen krank. Der Besuch in Westhofen stärkt das Immunsystem der Kinder. Und er erweitert ihren Horizont. Viele von ihnen sind noch nie verreist. Viele haben noch nie ein Bad benutzt. „Aber viele der Kinder, die einmal bei uns waren, haben sich in ihrem späteren Leben etwas getraut“, schildert Dorothea Graf. „Sie haben studiert, sind in die Stadt gezogen.“ Den Kontakt wollen die deutschen und weißrussischen Kinder nach der Freizeit jedenfalls halten. „Per Brief“, sagt die 14-jährige Steffi Pechoel. „Dann muss eben jemand übersetzen. Und ein paar Wörter der jeweils fremden Sprache haben sich die Kinder schon beigebracht. Zum Beispiel: Guten Morgen. Gute Nacht. Ich liebe Dich.

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